Für Chrissie

Ich weiss wirklich nicht, was ich sagen soll.

Ich schäme mich, auch zur Spezies Mensch zu gehören.

Wie die Menschen, die Chrissie getötet haben.

Die kleine, tapfere, bewundernswerte, arme und ängstliche Chrissie.

Chrissie war ein Straßenhund aus Bulgarien, wie unsere Buba. Sie erfuhr dort unglaubliche Gewalt und Unmenschlichkeit.

Eines Tages, kurz vor Weihnachten, wurde die gerade mal vier Monate alte Hündin mit Stöcken auf der Straße halb tot geprügelt. Ihr Körper war übersät mit Schwellungen, Hämatomen, und ihr Schlüsselbein war gebrochen, und sie schrie ohrenbetäubend vor Schmerzen.

Doch dann das Glück im Unglück: Tierschützer wurden auf Chrissie aufmerksam, holten sie von der Straße weg, und versorgten das Mädchen medizinisch, behandelten ihre zahlreichen Wunden und Prellungen und Brüche.

Eine Weile sah es so aus, als ob Chrissie aufgegeben hätte… sie wollte kaum fressen, konnte kaum laufen… doch die arme kleine Hündin stahl sich in die Herzen aller Tierschützer vor Ort, alle liebten Chrissie, alle hofften und bangten und kümmerten sich aufopferungsvoll um sie… und das Wunder geschah: Ganz allmählich, mit sehr viel Liebe und Zuwendung, ging es ihr besser, immer besser… und nach einer ganzen Weile war sie so weit, nach Deutschland reisen zu können.

In Deutschland waren nämlich ein Mann und eine Frau über das Internet auf Chrissies Schicksal aufmerksam geworden und hatten beschlossen, sie zu adoptieren.

Aber es gibt kein Happy End.

Denn das Paar, das Chrissie adoptiert hatte, war mit ihr überfordert. Wie sehr viele Straßenhunde war Chrissie traumatisiert… sie war äußerst ängstlich, verfiel leicht in Panik. Sie hätte viel mehr Verständnis, Liebe und Zuwendung benötigt… und sie hätte sie verdient gehabt, und ich weiss, sie hätte sie millionenfach zurückgegeben.

Doch das Paar beschloss, dass sie mit Chrissie und ihren Problemen nicht klar kamen, und liess sie deshalb kurzerhand einschläfern.

Der Hund funktionierte nicht wie erwartet, also weg damit.

Chrissie, die sich ins Leben zurückgekämpft hatte.

Weggeworfen wie ein kaputtes Spielzeug.

Es gibt kein Happy End. Es gibt nur Schock, Unverständnis und grenzenlose Trauer über das Schicksal dieses kleinen Mädchens, das die Hölle überlebt hat – nur um an einem noch schlimmeren Platz zu enden.

Es gäbe noch mehr zu berichten. Von dem Paar, das keine Hilfe annehmen wollte, obwohl es sehr viele Möglichkeiten für Chrissie gegeben hätte. Von dem “Tierarzt”, der den Hund ohne jegliche medizinische Indikation einschläferte. Von unseren absurden Gesetzen, die so eine Barbarei ohne jegliche Bestrafung zulassen.

Aber das macht Chrissie auch nicht wieder lebendig.

Ich habe keine Worte dafür, was diese Menschen getan haben. Ich habe keine Worte dafür, was sie verdienen. Ich hoffe so sehr, dass es Karma gibt.

Dieses Lied ist für Dich, Chrissie. Wo auch immer Du bist – lauf’, lauf’ so schnell Dich Deine kleinen Beine tragen können!!!

Und verzeih uns Menschen, was wir Dir angetan haben.

Fundstück: “Kismet” live im Proberaum, anno 2009.

Beim Aufräumen meiner Festplatten ist mir ein relativ erstaunliches Video in die Hände gefallen, von dem ich gar nicht mehr gewusst hatte, dass es überhaupt existiert… und das meines Erachtens hier her gehört.

Das Video zeigt Laura und meine Wenigkeit in unserem Proberaum im Bahnhof von Bad Godesberg beim Üben von “Kismet” (das Instrumental, mit dem ‘Grounded’ beginnt). Ich erinnere mich ganz grob, dass wir damals ein paarmal die Kamera haben mitlaufen lassen um beurteilen zu können, ob das was wir machen einigermaßen vernünftig aussieht, und natürlich wie es sich anhört. So wenig ausgearbeitet wie das alles ist (man sieht deutlich, dass Laura sich während der Performance Notizen macht) und aufgrund der Tatsache dass nur wir beide darauf zu sehen sind, denke ich, es muss es irgendwann am Anfang des Jahres 2009 gewesen sein, aber ganz genau weiss ich’s nicht mehr.

Interessanterweise haben wir “Kismet” nur ein oder zweimal live gespielt, ehe bei uns die Erkenntnis einsetzte, dass man mit so nem elegischen Instrumental am Anfang das Publikum nicht unbedingt mitgerissen kriegt (es sei denn man heisst Pink Floyd). Wir ersetzten es später durch “Moron Island”.

Hach ja.

It was the best of times, it was the worst of times.

Enjoy.

Fortsetzung folgt. Wie auch immer.

Seit über zehn Jahren ist dieses Blog mein musikalisches Tagebuch, und aus diesem Grund möchte ich hier einmal mehr meine Gedanken ungeschönt und ungefiltert mitteilen.

Der FAWM ist vorbei, und er hat mir total viel Spaß gemacht.

Ich habe gelernt, dass ich es durchaus noch kann, und dass es mein Leben unendlich viel reicher macht und dass es Leute gibt die meine Lieder mögen.

Das ist toll!

Und nun habe ich ehrlich gesagt keine Ahnung wie es weiter gehen soll.

Nüchtern betrachtet ist es einfach so: Musik aufnehmen und produzieren ist ein ziemlicher Aufwand, insbesondere wenn man es mit mehreren Leuten zusammen tut und die Maßstäbe anlegt, die ich in der Vergangenheit an Produktionen von Botany Bay angelegt habe.

All das Gerede davon, dass man Kunst in erster Linie um ihrer selbst willen bzw. für sich selbst machen sollte, das ist zwar durchaus ehrbar, schön, wahr und gut, aber es ist leider nur ein Teil der Geschichte.

Im Endeffekt bin ich auch nur ein Mensch… und wenn ich dann mal wieder Tage und Nächte damit verbracht habe etwas aufzunehmen, nur damit es dann 1% meiner “Freunde” auf Facebook und Diaspora überhaupt mitkriegen, dann kann ich eben nicht aus meiner Haut, und es passiert genau das mit mir, was ich auf “Mute” besinge:

 



 

Ich lerne daraus, dass soziale Netzwerke ganz schlicht und ergreifend nicht die Plattform sind, auf der meine Musik ausschließlich stattfinden sollte… beziehungsweise, in Erweiterung dieser Einsicht, dass das Internet nicht der Weisheit letzter Schluss ist… oder dass ich die richtige Plattform einfach noch nicht gefunden habe.

Ich möchte mich hier wirklich nicht beklagen… ich sehe nur, dass sich das Konzept “Songs aufnehmen und im Netz präsentieren und hoffen dass es irgendjemand mitkriegt” für mich in den letzten Jahren mehr und mehr als Sackgasse herausgestellt hat.

Der FAWM hat mir riesigen Spaß gemacht weil es Feedback gab. Endlich mal wieder.

Jetzt ist der FAWM vorbei, und leider weiss ich ganz genau, auf Feedback aus Facebook und Diaspora brauche ich nicht zu hoffen, und auch das Blog hier ist nicht die Lösung.

Ich möchte gerne versuchen, in Zukunft noch ein paar mehr neue Songs zu schreiben und die jetzt entstandenen zu perfektionieren und live aufzuführen… aber was darüber hinaus passieren soll, da bin ich einigermaßen ratlos. Ich bin sehr gern “Recording Artist”, aber nicht für zwei Likes und einen Kommentar.

Falls also jemand eine gute Idee hat, die Kommentarfunktion wartet nur darauf, benutzt zu werden, und über eine angeregte und fruchtbare Diskussion würde ich  mich sehr freuen.

Ansonsten sieht man sich, irgendwann, auf irgendeiner Bühne, zwischen Bad Honnef und Köln :)

FAWM: Ping

Danke für die besorgten Nachfragen* ob’s mich noch gibt und ich vorhabe beim FAWM noch weiterzumachen: Ja, es gibt mich noch.

Leider hat sich letzte Woche bei meinem Brotjob etwas ergeben, was mir spontan jegliche Kreativität geraubt hat.

Aber gestern war ich dann schließlich so weit dass ich ein Lied darüber schreiben konnte, und mit dem wird es auch weiter gehen. Ich denke nicht, dass ich die 14 noch vollkriege. Aber zumindest zweistellig wird es werden, das ist ja schonmal was.

P.S: Oh, und ich möchte die Gelegenheit dazu nutzen, meine Meinung zur aktuellen Rechtsaussen-Hasskampagne der Springerpresse kundzutun:

Foto

P.P.S: Und ja, dass dieses Blog seit einiger Zeit etwas anders aussieht und eine Band namens Botany Bay nicht mehr so prominent erwähnt, das ist tatsächlich so gewollt. Näheres dazu irgendwann mal wenn der FAWM rum ist… ;-)

 

FAWM9: Naiad

naiad

Hätte ich die Singvøgel schon zu meinen Heidelberger Zeiten kennengelernt… ich bin überzeugt, vieles wäre vollkommen anders geworden. Wenn nicht vielleicht sogar alles.

Paradoxerweise lernte ich sie aber erst kennen, nachdem ich aus dem Rhein-Neckarkreis (wo die 3 wohnen & wirken) wieder weggezogen war.

Karan, die bei den Singvøgel singt und alle möglichen Instrumente spielt, traf ich zum ersten Mal in Fleisch und Blut auf der wunderschönen Nordseeinsel Amrum… das muss wohl im Sommer 2011 gewesen sein. Die Chemie stimmte sofort und schon damals war uns klar, dass wir unbedingt was zusammen machen müssen.

Es sollte noch knapp dreieinhalb Jahre dauern, aber gestern haben wir es endlich mal in die Tat umgesetzt, und ich kann heute zwei Premieren verkünden: Meine erste ‘Collaboration’ auf FAWM, und meine erste Zusammenarbeit mit der wunderbaren Karan, die für “Naiad” den Titel, den Text und den Gesang beigesteuert hat.

Ich wünsche viel Spaß beim Hören und freue mich auf weitere konspirative Zusammentreffen, auch mit den anderen zweien :-)

naiad

 

http://fawm.org/songs/48980/

FAWM7: “Summer Hit”

summerHit

Es gibt Momente, die sind einfach perfekt.  Alles ist in sich stimmig, und man hat diese Gewissheit… würde man jetzt versuchen, die Welt zu ändern, so würde auch das funktionieren.

Die eigenen Träume sind so nah, dass man das Gefühl hat, sie zu atmen.

Und dann sind diese Momente vorbei, und Jahre später fällt einem auf: Das war etwas ganz Besonderes.

Vielleicht wird man versuchen, sie wieder zu finden, aber jeder Versuch ist zum Scheitern verurteilt.

Ganz ähnlich ist es mit richtig guten Freunden, wenn man sich aus den Augen verloren und/oder auseinander gelebt hat. Jahre später merkt man: Die waren etwas ganz Besonderes… und dann merkt man: Solche Leute finden sich nicht so leicht wieder, so gerne man auch daran glauben möchte.

Ich weiss nicht, warum mich das Thema gerade so beschäftigt. Vielleicht, weil beispielsweise von den knapp 40 Leuten, die vor drei Jahren meinen ebensovielten Geburtstag gefeiert haben, letztes Jahr noch fünf übrig waren? Weil die letzten Jahre ganz deutlich gezeigt haben, wie schnell sich die Leute verdrücken, wenn es mal nicht mehr nur bergauf geht und tolle Sachen im Hause K. passieren?

Oder vielleicht auch, weil ich mir sehr bewusst darüber bin, wie wertvoll all das ist, was ich jetzt noch bzw. wieder habe; wie wichtig es ist, jeden Moment zu nutzen und verbunden zu sein mit der Welt um sich herum.

Was auch immer der Grund ist… hier ist “Summer Hit”, meine siebte FAWM2015-Komposition… ein Lied über Freundschaften, magische Zeiten voller Energie und Gestaltungskraft… und über die Sinnlosigkeit des Versuchs, sie am falschen Platz wieder finden zu wollen.

Was nicht heißt, dass es nicht auch den richtigen Platz gibt.

Wieder einmal ganz großen Dank an Nicole, die bei “Summer Hit” einmal mehr den Platz am Mikrophon übernommen hat. Viel Spaß damit.

summerHit

http://fawm.org/songs/48570/

FAWM6: “Mute”

Ich muss echt tierisch aufpassen dass ich mich nicht verzettle.

“Mute” hat mich jetzt drei Tage/Nächte gekostet, und zufrieden bin ich auch immer noch nicht vollständig. Das liegt vermutlich daran, dass ich ne komplette Band im Hinterkopf hatte, als ich das Ding geschrieben habe, dann aber alles allein aufgenommen habe…

Aber egal, die Inspiration war da, und man soll sie nutzen wenn sie da ist… und ich muss mir auch immer wieder sagen, das sind alles nur Demos, es ist nicht der Nachfolger von “Grounded”… ;-)

Zum Lied an sich: Wir ich schon in den liner notes auf fawm schreibe, es geht um eine (frei erfundene) Beziehung, in welcher der eine Partner einen ganz grundlegenden Aspekt des anderen Partners konsequent ignoriert.

Und die Inspiration dazu waren soziale Netzwerke, auf denen das in gewisser Weise andauernd passiert (von den ~200 Menschen auf meiner Kontaktliste auf Facebook werden das hier maximal 6 mitkriegen. Sprich: Das, was mit das Wichtigste an mir ist, das interessiert nicht mal 1/20 meiner sogenannten ‘Freunde’ dort)

Dieses Lied sei hiermit also paradoxerweise all jenen Menschen auf meinen Kontaktlisten gewidmet, die sich meine Lieder nicht anhören. :)

Mute

http://fawm.org/songs/47388/

FAWM4 / FAWM5: “Find” und “Frei”

Ich lernte Nicole Schmidt letztes Jahr kennen, als ich noch den Plan verfolgte, die vierte Version von Botany Bay auf die Beine zu stellen.

Wie inzwischen klar sein dürfte, wurde nicht viel aus dem Plan, und Nicole kam nur noch dazu, Backing Vocals auf “Visionary Man” beizusteuern, ehe ich es wieder gut sein ließ.

Wir beide aber blieben seitdem in Kontakt, und an Weihnachten standen wir sogar zusammen auf einer kleinen Bühne und spielten einen neuen Song namens “Kim Went Shopping”, sowie “Feel” (was übrigens das erste Mal seit 2008 war, dass ich ‘Feel’ live spielte… yowsa).

Auf jeden Fall, dieses Wochenende trafen wir uns wieder, und da nun mal gerade FAWM ist, nahmen wir gleich zwei Songs zusammen auf, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Für “Find” trieb ich richtig Aufwand, mit zig Overdubs und noch mehr Takes, quasi wie in besten Botany Bay Zeiten.

“Frei” wiederum ist ein Song, bei dem Nicole den Text und wir beide zusammen die Musik geschrieben haben, und diesen ließen wir so einfach und minimalistisch wie möglich und nahmen den Großteil davon live auf.

Ich mag beide Songs sehr und möchte sie den Lesern (ist Mehrzahl eigentlich richtig?) dieses Blogs nicht vorenthalten…:


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http://fawm.org/songs/45906/

 


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http://fawm.org/songs/46316/

 


Ich bin weiterhin erstaunt, wie viel und was alles aus mir rauskommt beim FAWM, und ebenso erstaunt bin ich nach wie vor über die community dort und all das schöne Feedback und die interessanten neuen Ideen, die sich dort ergeben… und ich denke jetzt bereits wehmütig daran, wie es wohl weitergehen wird, wenn der FAWM vorbei ist.

FAWM3: “Steps”

Und weiter geht es bei FAWM, dieses Mal mit einem Instrumental, und mit einer Erinnerung an meinen Vater.

Weiteres darüber, und wie es entstanden ist, wie immer dort:

Steps

 

http://fawm.org/songs/44869/

Ein paar zufällige Beobachtungen bislang:

  • Ich hätte mir keine Sorgen machen müssen. Anscheinend ist noch mehr als genug Musik in mir drin, die nur darauf wartet, freigelassen zu werden.
  • Das Feedback auf fawm.org ist echt großartig. Es hat ja keinen Sinn, es abzustreiten oder die Augen davor zu verschileßen: Feedback ist schon irgendwie wichtig. Kommt davon wenig oder gar nix (vgl. “Visionary Man”) und bereiten einem die Angelegenheit an sich und die daran beteiligten Leute auch ansonsten keinen Spaß mehr (vgl. “Visionary Man”), dann versiegt ganz schnell die Motivation.
    Umso besser dass es hier nicht so ist. Alle sind freundlich, aufgeschlossen, es gibt eine Menge gegenseitige Unterstützung… und ich bin mal gespannt ob ich die Gelegenheit zu einer ‘collaboration’ mit anderen FAWMern haben werde…
  • Andere FAWMer sind nämlich ganz große Klasse. Ich hab da jetzt schon so viel Leute und schöne Musik entdeckt… ich kann nur jedem dazu raten, sich da mal durchzuklicken und selbst auf Entdeckungsreise zu gehen…
  • Wo wir es gerade von Feedback haben: Ich beklage mich nicht, aber es ist schon wirklich gespenstisch, wie schnell die ‘Likes’ und Kommentare auf Facebook ausbleiben, wenn man mal was postet, bei was die Leute nur mal drei Minuten und zweiundfünfzig Sekunden zuhören müssten. Das ist anscheinend zu viel verlangt…
  • Ich bin dabei, meine Stimme wieder zu finden. In mehrerlei Hinsicht. das find ich ziemlich klasse.

FAWM 2: “Ray”

Bei meinem zweiten FAWM-Beitrag wundere ich mich ein bisschen über mich selbst. Aber nur ein bisschen.

Es gibt Dinge, da war ich mir lange Zeit sehr sicher, dass ich niemals einen Song darüber schreiben würde, obwohl sie mich sehr beschäftigt haben.

Aber manchmal hilft es anscheinend, ein paar Jahre ins Land ziehen zu lassen, die Betrachtungsweise zu ändern und dann ganz auf sich allein gestellt zu sein.

“Ray” ist so ein Fall. Auf der FAWM-Seite erzähle ich auch ein bisschen mehr dazu.

Hier geht’s zum Song:

Ray

http://fawm.org/songs/44454/

FAWM 1: “Rise”

Yayy, gestern habe ich also tatsächlich meinen allerersten FAWM-Song geschrieben und ein Demo aufgenommen.

Der Song heißt “Rise”, er handelt – ganz leicht programmatisch – davon, die Scherben wegzukehren und sich aus einer Pfütze des Nichtstuns und der Resignation wieder zu erheben… um mal viel zu viel Metaphern durcheinander zu werfen.

Und er findet sich hier:

Rise

http://fawm.org/songs/43379/

Es ist schon was ziemlich Neues für mich, nur 1-2 Tage Zeit zu haben, etwas zu schreiben und aufzunehmen. Für jenen Perfektionismus, der meine Umwelt in der Vergangenheit ganz gerne an den Rand des Wahnsinns trieb (selbst wenn’s nur darum ging, ein Demo aufzunehmen), ist da kaum Zeit. Und leider rächt es sich auch ein bisschen, dass ich meine Stimme seit 2009 so gut wie nicht mehr zum Singen verwendet habe, ich bin ziemlich eingerostet.

Aber sei das alles wie es wolle… es wird auf jeden Fall sehr interessant werden, dieses Projekt

Stephan goes FAWM

Liebe Leute, ich habe mich dazu entschlossen, dieses Jahr am February Album Writing Month, kurz FAWM teilzunehmen.

Worum geht es?

Ganz einfach zusammengefasst geht es darum, in einem Monat ein Album zu schreiben, oder besser gesagt, alle zwei Tage ein neuer Song.

Wer meinen Werdegang dort verfolgen möchte, der kann das unter dieser Adresse tun.

Ich bin mal gespannt ob und welche Lieder zusammenkommen und wie das Ganze überhaupt abläuft.

Das Ganze hat nichts mit Botany Bay zu tun, sondern “nur” mit dem Menschen, der 90% aller Botany Bay Songs geschrieben und produziert und aufgenommen hat. ;-)

Deshalb erwähne ich es hier, vielleicht findet der eine oder andere die Sache ja ganz interessant :) Wie gesagt, ich habe noch keine Ahnung, was dabei herauskommen wird.

 

All That Love


all that love

do you remember how you took me in
and gave me shelter from the cold
you sat by my side and listened
when there was no one else around
I still remember all the warmth you gave
out of that different world of yours
orange glistening autumn river
flowing on forever more
you’ll never know
how much I envied you

for all that love
for all that love
for all that love
for all that love

and I remember how you listened
to all the songs we used to sing
you were so different from the others
who just could not feel a thing
people might pat you on the back
but they don’t know who you are
and they forget you all too easily
looking for some brighter star
and you’ll never know
how much I envied you

for all that love…

Stephan Kleinert- piano
Stefanie Mühr – vocals

Recorded 11/08/2014 at K-Burg
Produced by Stephan Kleinert


Liebes Blog,

Heute bist Du auf den Tag genau zehn Jahre alt.

Ich hätte mir nie träumen lassen, dass Du so lange durchhältst, und dass Du so viel erleben würdest.

Du hast alle Höhen und Tiefen dieses Projektes mitbekommen.

Du warst Zeuge der Premiere zweier Alben und dreier EPs und von was weiß ich wie vielen Singles und Videos.

Du warst dabei, wie dieses Projekt live und in Farbe auf die Bühne ging, obwohl ich das nie geplant hatte. Wie wir erst ziemlich unbeholfen und dann immer selbstbewusster unsere Musik live darboten, und wie wir tosenden Applaus dafür ernteten… für etwas, wovon ich wenige Jahre zuvor noch gedacht hatte, es würde niemals jemand haben wollen.

Du warst dabei, als der Applaus wieder verstummte, als uns ehemalige Wegbegleiter den Rücken zukehrten und als Freundschaften zerbrachen. Und Du warst Zeuge, wie sich neue Pfade aufzeigten, neue Lebenswege kreuzten und neue Freundschaften entstanden.

Du hast vier Umzüge mitbekommen… die schier endlos erscheinende Zeit, in der ich meinen Platz nicht finden konnte… und schließlich warst Du bei mir in der Zeit, in der ich ihn endlich fand.

Und schließlich hast Du auch jene schicksalshaften Vorgänge der letzten beiden Jahre miterlebt – die Krankheit und den Tod meines Vaters, der Abschied von Tia, und die bald darauf folgende (bzw. währenddessen stattfindende) stille Implosion unserer letzten Besetzung.

Als Du im Jahre 2004 erstmals online gingst, hattest Du im Durchschnitt zwölf Besucher pro Woche, Spammer nicht mitgezählt. Zwischendurch waren es weit über 1000 täglich… und es ist wohl eine kleine aber feine Ironie des Schicksals, dass wir beide jetzt, zehn Jahre später, quasi wieder ganz am Anfang angekommen sind.

Du hast dieses ganze Auf und Ab stoisch und treu und ohne Murren, Allüren oder Selbstzweifel weggesteckt – was ich von mir selbst leider nicht behaupten kann. Ich möchte kein Geheimnis daraus machen, dass ich seit „Visionary Man“ einigermaßen ratlos bin, wie und ob Botany Bay weitergehen soll; und dass ich meine Motivation gerade nicht wieder finde, so sehr ich auch danach suche, und so sehr mir die Musik auch fehlt… und so sah es lange Zeit so aus, als würde zu Deinem zehnjährigen Jubiläum nicht viel passieren.

Doch dann kam Steffi, meine Ex-Sängerin, mich besuchen.

Eigentlich hatten wir nicht vor, zusammen irgendwas aufzunehmen. Wir wollten uns einfach nur mal wieder sehen, reden, gemütlich eine Flasche Wein leeren und uns austauschen, wie es uns inzwischen ergangen war. Irgendwann kam unser Gespräch dann aber auf einen Song, den ich vor einigen Wochen geschrieben hatte; und auf mein kleines Motivationsproblem. Tja, ehe wir uns versahen, standen wir plötzlich im Recording-Türmchen der K-Burg und nahmen das Ding zusammen auf. Ganz simpel, nur Gesang und Klavier, live, so wie in den guten alten Zeiten. Nach drei Takes war der Song im Kasten.

In dem Song geht es nicht direkt um Dich, liebes Blog. Ich weiss leider nicht, wie man Songs über Blogs schreibt. Aber ich weiss wie man Songs über Menschen schreibt, und dieser Song handelt von zwei Menschen, die einmal sehr gut zu mir waren. Die sich gefunden und wieder verloren haben, genau so wie ich sie gefunden und wieder verloren habe. Und irgendwie passt er sehr gut zu Dir und zu den zehn Jahren Auf und Ab, die Du gesehen hast – und zu der Situation, wie sie jetzt ist, auch (oder: gerade weil) wir eine mögliche dritte Strophe bewusst weggelassen haben.

In diesem Sinne:

Einen ganz großen Dank für alles!

An Dich, und an die beiden Menschen, die besungen werden.

Und natürlich an Steffi, die das Unmögliche möglich gemacht hat.

Ich würde gerne schreiben, auf die nächsten zehn Jahre, aber ich habe keine Ahnung was wird.

Daher: Einfach mal schauen.

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shh, listen