Ein Poll, ein Poll!

Wow!

Anscheinend kam “Ein Song und seine Geschichte” gar nicht so schlecht an.

Zwar gab’s leider kein Feedback hier (und auf Facebook mal eh nicht), aber dafür gab’s ein bisschen was auf Diaspora, und die Zugriffszahlen auf das Blog sagen mir, dass die Geschichte über 300 mal gelesen wurde. Very nice, sirs and madams :) Normalerweise habe ich ein Zehntel dieser Zugriffszahlen, und zwar an einem guten Tag.

Ich freu mich also. Nur das mit den Kommentaren müssen wir anscheinend wieder üben. Und zwar folgendermaßen:

Weil der letzte Artikel über die Entstehung eines Songs so gut angekommen ist, werde ich sehr gerne noch einen schreiben. Ich habe nur keine Ahnung, über welchen Song. Das dürft ihr, die Leser dieser Seiten, entscheiden. Einfach den Namen eines Songs über den ihr mehr erfahren wollt unter diesen Artikel als Kommentar schreiben. Derjenige, der am meisten genannt ist, wird von mir schön lang und breit auseinander genommen, gerne auch wieder mit Bildern wenn ich welche habe :)

Oh, und als kleinen Dank bekommen diejenigen, die den Song genannt haben, den ich im Endeffekt besprechen werde, etwas zu hören, was sonst noch niemand kennt.

 

Falls nichts mehrfach genannt wird oder mehreres in der gleichen Anzahl mehrfach genannt wird, entscheidet das Los.

Und falls niemand mitmacht, passiert halt nichts.

“Einsendeschluss” ist der 11.7.2014. Ich bin mal gespannt… :-) Hoffentlich sucht ihr euch was raus, wozu ich auch einigermaßen was schreiben kann…

P.S.: Falls ihr euch nicht entscheiden könnt oder keine Ahnung habt was es alles gibt oder wovon ich überhaupt rede: Hier kann man weiterhin alles hören, runterladen, kopieren und weiterverteilen ohne dass Moses Pelham die Cops auf euch hetzt.

Eine zeitgenössische Abbildung der Band... ;)

Your Diary

Einer der am meisten unterschätzten Songs von Botany Bay (falls man da wirklich ein Ranking machen wollte) ist ja meiner Meinung nach “Your Diary”.

Und weil der Song eine durchaus bewegte und interessante Geschichte hat, möchte ich an dieser Stelle gerne mal den Versuch unternehmen, diese Unterschätzungs-Angelegenheit zu ändern, indem ich die Geschichte erzähle.

 

“Rap scheisst auf Dich, Alter!”

Es war irgendwann 2008, als ich bei meinem damaligen Arbeitgeber einen Musiker kennenlernte, der sich mit Hip-Hop, DJing und Elektronik beschäftigte, und der hin und wieder mit einem (oder mehreren, ich weiss es nicht mehr, und es ist mir ehrlich gesagt auch schnurz) Rappern aus der näheren und ferneren Umgebung zusammenarbeitete.

Der Lichthof bei meinem ehemaligen Arbeitgeber. Genau dieses Bild diente auch als Cover-Bild für "The Real World"... und wer den Text und meinen ehemaligen Arbeitgeber kennt, der weiss auch ganz genau, warum... ;-) Die richtig coolen Leute arbeiteten im Büro ganz vorne links.

Der Lichthof bei meinem ehemaligen Arbeitgeber. Die richtig coolen Leute arbeiteten im zweiten Büro rechts von vorne. (Genau dieses Bild diente auch im Jahre 2008 als Cover-Bild für “The Real World“… und wer den Text und meinen ehemaligen Arbeitgeber kennt, der weiss auch ganz genau, warum… ;-))

Zwar war besagter Musiker meist sehr damit bemüht, cool zu sein und meine Musik zu ignorieren, aber trotzdem kamen wir mehr als einmal ins Gespräch miteinander. Und da Laura und ich damals immer deutlicher unsere Liebe für Triphop entdeckten und so ziemlich alles von Massive Attack und Tricky begierig in uns aufsogen, nahm ich mir irgendwann ein Herz und fragte ihn, ob er und seine Rapper nicht mal Bock hätten, zusammen an einem Botany Bay Song zu arbeiten.

Seine Antwort war ein sehr bemühtes lässiges Kopfschütteln, und der Satz “Nee, das passt nicht. Wenn die Deine Musik hören… ganz ehrlich, Rap scheisst auf Dich, Alter“.

Tja, dachte ich so bei mir, während ich die schöne Aussage mit einem freundlichen Lächeln quittierte, vielen tausend Dank für dieses wunderschöne Gespräch unter weltoffenen und toleranten Kollegen.

Und beschränkte mich in den folgenden Jahren grösstenteils erfolgreich darauf, mit netten Menschen Musik zu machen.

DJ Don To The Rescue

Fast-forward zu 2011.

Laura und ich hatten uns mittlerweile getrennt, und Steffi hatte den Platz am Mikrophon übernommen. Und mit Steffi kamen auch ne ganze Reihe neue Ideen und Kontakte zu Botany Bay, und eine 1a Songwriting-Partnerin.

In the year 2010: Session as session can...

In the year 2011: Session as session can…

Eines Tages im Januar 2011 saßen wir also im blauen Salon in meiner alten Wohnung in Bonn-Mehlem rum und jammten munter vor uns hin. Das muss man sich ungefähr so vorstellen, dass ich in den Drum-Computer ein relativ simples Pattern programmierte, welches dann die ganze liebe lange Zeit vor sich hinstampfte, während ich E-Piano dazu spielte… und Steffi, bewaffnet mit Kuli, Papier & Mikro, neben mir saß, ab und zu was auf das Papier kritzelte und immer wieder so erstaunliche Dinge wie “la la la la la you don’t wanna know, you don’t wanna know” und “If I could read your diary, la la la la la la la” von sich gab. Für unbefangene Betrachter schreiend komisch, aber wir hatten ne unglaubliche Menge Spaß dabei.

Irgendwann legte Steffi plötzlich das Mikro hin und sagte: “Weisst Du was da super zu passen würde? Rap!”

Darauf ich so: “Ja, das mag schon sein. Aber Rap scheisst auf mich.”

Darauf Steffi so: “Wie was warum wer jetzt?”

Woraufhin ich kurz die Geschichte von vor drei Jahren rekapitulierte. Steffi wischte meine Bedenken mit einem kurzen (typisch steffi-mäßigen) “ach was, so ein Blödsinn” zur Seite und erzählte mir von Leuten, die sie in Washington kennengelernt hatte, und die dort so eine Art Rap- und Hiphop-Kollektiv bildeten. Tja, und im Gegensatz zur Köln-Bonner “Szene” hatten diese Jungs aus Übersee, allen voran DJ Don von Essential Element Productions, nicht die geringsten Berührungsängste.

Will sagen, nach einiger weiterer Arbeit an dem Song, und heftigstem Hin- und Herschicken von Sounds, hatten wir nicht nur einen perfekten und verdammt coolen Rap-Part in dem Song, nein, Don hatte auch die Lyrics zu seinem Part höchstselbst geschrieben und dem Song-Inhalt so eine sehr passende Wendung gegeben.

Bis dahin hatte mir der Song nicht so richtig passen wollen, weil er eine weitere Variation des von uns viel zu oft behandelten Themas “wenn ich nur wüsste was Du denkst” gewesen war. Aber durch Dons Beteiligung wurde daraus ein “Du willst  garantiert nicht wissen was ich denke”-Song, und das machte die Sache wesentlich interessanter. Und Don wurde natürlich später als Co-Autor auf der CD verewigt.

Und ganz davon abgesehen war die Zusammenarbeit mit Don eine ganz großartige Erfahrung. Als ich ihm gegenüber irgendwann zugab dass ich am Anfang Schiss gehabt hatte, dass er mit unserer Art Musik nichts anfangen können würde, sagte er einfach nur: “Why? It’s all music, everything is music”.

Besser kann man es wohl nicht ausdrücken.

Tsunami

Just als ich dabei war, die ersten Test-Mixes des Songs abzumischen, ereilte Japan die Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe.

Wenige Tage später hatte irgendjemand aus der Netlabel/CC-Szene die wirklich gute Idee, ein Benefiz-Album zusammen zu stellen und den Spendenerlös den Erdbebenopfern zur Verfügung zu stellen

 (an dieser Stelle muss ich einfügen: Es tut mir fürchterlich leid, aber ich habe tatsächlich vergessen wer das war, und ich habe auch keinen Link mehr zu dem Ergebnis, eine Google-Suche bringt auch nichts Vernünftiges zustande, wir haben damals nichts dazu gebloggt und es gibt anscheinend auch sonst nirgends im Netz eine Erwähnung davon, und wie wir gleich sehen werden ist das leider auch durchaus verständlich und genau eines der Grundprobleme von CC-Musik, aber ich greife vor…)

Das Ganze war als Wettbewerb aufgezogen, und weil wir gerade sowieso an “My Diary” arbeiteten (und der Song insbesondere mit Dons genialem Rap-Part durchaus kommerzielle Qualitäten entwickelte), beschlossen wir, ihn fertig zu stellen und einzureichen. Ich weiss noch genau, wie Steffi und ich zu diesem Zweck gleich mehrmals hintereinander die Nacht zum Tage machten, nur um das Mastering rechtzeitig fertig zu bekommen und den Song vor der Deadline abzuschicken.

The Great Earthquake Relief Fail

Es ist mir natürlich nicht möglich, die Qualität meiner eigenen Musik objektiv zu beurteilen.

Aber selbst wenn ich hyper-kritisch mit mir selbst bin und nichts Gutes an “My Diary” lasse, und wenn ich versuche, das Ganze aus dem Blickwinkel einer Person zu sehen, die mit dieser Art von Musik überhaupt nichts anfangen kann, so muss ich doch sagen, dass “My Diary” unter den Einsendungen vermutlich das beste Lied war.

Es war am besten produziert, am besten arrangiert, am besten aufgenommen, mit dem besten Gesang (naja, es war das einzige Lied mit Gesang) und der interessantesten Melodie (naja, es war das einzige Lied mit Melodie) versehen.

Und natürlich wurden wir nicht genommen.

Was stattdessen heraus kam, das war ein Sampler mit einem dröhnend-statischen Elektronik/Ambient-Track nach dem anderen. Gut, wer das mag, prima. So etwas macht sich exzellent in Aufzügen und auf der Toilette beim Friseur. Nur, und das ist wirklich mein einziges Problem mit der Sache: Wenn man einen Wettbewerb für CC-Musik ausschreibt und damit Erdbebenopfern in Japan helfen möchte, dann sollte man vielleicht den Auswahlprozess so gestalten, dass nicht nur die guten Kumpels aus der ich-hab-nen-PC-und-tolle-Software-und-kann-damit-schräge-Sounds-machen-aber-ich-hab-noch-nie-ein-Instrument-in-derHand-gehabt-oder-eine-Melodie-oder-gar-einen-Song-geschrieben-Szene auf die CD kommen.

Denn so, wie die CD gestaltet war, wurde sie ausschließlich von denjenigen 20 Leuten gekauft, die darauf vertreten waren… und dann muss man sich auch wirklich nicht wundern, wenn CC-Produktionen als Musik zweiter Klasse abgetan werden und nach drei Jahren kein Hahn mehr danach kräht.

Eine vertane Chance und schade. Sehr, sehr schade.

Unbezahlbar

Steffi und ich im Love-Mobil ;-) Outtake aus den No-Excuse-Gruppenfoto-Sessions...

Steffi und ich im Love-Mobil ;-) Ein Outtake aus den No-Excuse-Gruppenfoto-Sessions…

Um alles noch ein bisschen doofer zu machen,  wurde “No Excuse”, die erste und einzige EP, die wir initial nicht unter CC-Lizenz veröffentlichten, für die wir einen PR-Menschen eingesetzt hatten, und auf der “Your Diary” schließlich landete, nicht im geringsten der Erfolg, den wir uns erhofft hatten.

Stattdessen wurden wir eigentlich hauptsächlich in einem drittklassigen Gothic-Webzine von einer bemitleidenswerten Gestalt mit dem Alias Roy Dunkle nach Strich und Faden verrissen (an meinem Geburtstag, war ganz super), und auf den CDs sitze ich heute noch.

Jetzt wo es ne Weile her ist muss ich zugeben, dass ich mich insgesamt sehr gerne an den Entstehungsprozess von “No Excuse” erinnere… aber dennoch mochte ich nie so sehr, was dabei herausgekommen ist.

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Steffi und ich und künstlerische Differenzen, bei denen wir nicht lange ernsthaft bleiben konnten… ;-)

Vielleicht deshalb, weil wir damals sehr bemüht waren, irgendwie kommerziell erfolgreich zu werden und einen imaginären “Markt” zu bedienen, und es deshalb dieses eine Mal tatsächlich stellenweise übertrieben mit unserem Hang zur Überpferektion… oder vielleicht auch wegen dem inzwischen legendären Roy-Dunkel-Fehlstart, oder weil ich persönlich von vornherein lieber ein längeres, kohärenteres, “richtiges” Album gehabt hätte, die Zeit dazu aber hinten und vorne fehlte… ich weiss es wirklich nicht. Aber auf der anderen Seite, je weiter das alles zurückliegt, desto angenehmer werden die Erinnerungen daran.

Und eine Sache war eben definitiv unbezahlbar: Der Gesichtsausdruck meines Kollegen, als er “Your Diary” zum ersten Mal hörte. Denn für anderthalb Sekunden wich jegliche “Rap scheisst auf Dich”-Überheblichkeit aus seinem Gesicht.

Die Beherrschung war dann aber schnell wieder gefunden, und viel zu betont lässig wurde mir dann auch prompt erklärt: “Na ja, also das ist ja nicht so toll was er da macht, das sind eben so Standard 90er-Sachen, die richtigen Profis machen das schon ewig nicht mehr so.”

Aber da hatte ich schon längst mein schönstes “Ach rutsch mir doch den Buckel runter”-Lächeln aufgesetzt.

 

Discography: Fixed! :)

Es freut mich ausserordentlich, mitteilen zu können, dass der “Musik“-Link oben in der Navigationsleiste wieder funktioniert, und somit all unsere Werke aus den letzten 7 Jahren wieder ganz leicht erreichbar und herunterladbar sind.

Viel Spaß damit!

P.S.: Da ich weiss, dass das für einige ein Klick zu viel sein wird, hier auch noch mal alles direkt gleich hier:

2014

2011

2010

2009

2007

Schon erstaunlich, was in 7 Jahren so passieren kann…

P.P.S.: Für die Leute, die von Facebook kommen: Ja, ich weiss, ‘tschuldigung, auf facebook kann man sowas nicht einfach so posten. Deshalb, stellt euch einfach vor, ich hätte darüber geschrieben: “DIESER MUSIKER VERSCHENKTE SIEBEN JAHRE LANG SEINE MUSIK IM INTERNET. DOCH WAS DANN PASSIERTE, DAS WAR UNGLAUBLICH!!!”

B

Hätte, wäre, B

Nur der Vollständigkeit halber, und weil ich es noch nicht oft genug (und hier noch gar nicht) gewürdigt und erwähnt habe:

Das unvollendete Album der letzten Besetzung hätte “B” geheißen. Ihr versteht vielleicht, so wie in “be” (sein). Bzw. so wie in Botany Bay ;-)

Und das Booklet-Artwork wäre von ElektrollArt gewesen.

Und das Front-Cover hätte so ausgesehen (cc-by, das ganze wäre in einer sechsseitigen Papphülle gewesen, plus Booklet) :

B

B

P.S.: Was die Zukunft angeht: Natürlich wird es nicht ganz so wie ursprünglich angedacht. Wie könnte es anders sein ;-) Zum Beispiel wird alles doch wieder ein bisschen größer und mehr Leute als anfangs geplant.

Hach ja.

Demnächst mehr.

Ich glaube, ich mache hier einfach keine Ankündigungen mehr, bis das, was ich ankündige, schon längst zu 101%ig sicher im Kasten ist

;-)

State Of The Union

Ich dachte, ich schreib mal kurz ein bisschen was darüber, wie es aussieht. Das hab ich zum letzten Mal in der Form glaub ich irgendwann im Jahre 2006 gemacht… aber warum sollte man alte Traditionen nicht wieder aufleben lassen? :)

Es freut mich also sehr, mitteilen zu können, dass wir gerade an insgesamt sieben ganz fantastischen und vollkommen neuen Songs herumwerkeln.

Einen davon, “All Good Things” habe ich einem überaus (Diaspora*) bzw. überhaupt nicht (Facebook) interessierten Publikum bereits vor knapp zwei Monaten vorgestellt. Dieses Blog befand sich damals noch im Dornröschenschlaf, und deshalb ist es um so wichtiger, die Vorstellung hier endlich mal nachzuholen.

Also, liebe Leute, für alle die es noch nicht kennen, das hier ist “All Good Things”. Noch nicht die fertige, sondern eine Demo-Version davon, aber es zeigt schon sehr schön, wo die neue Reise hingehen wird:

Die restlichen Lieder, an denen wir gerade arbeiten, tragen die vorläufigen Titel

  • Atlas
  • Visionary Man
  • Kim Went Shopping
  • Humankind
  • Summer Hit
  • Listen

…wobei sie von oben nach unten “mehr fertig” sind. Will heissen, von Atlas gibt’s schon die ersten durchaus anhörbaren Demos, und zu “Listen” ein bisschen Musik und gerade mal die Idee, worum es im Text gehen soll.

Aber es wird.

Was genau es wird, das kann ich noch nicht sagen, aber ich kann schon verraten, dass es wesentlich gesellschaftskritischer und politischer werden wird, als alles was wir voher jemals gemacht haben… und dabei doch so persönlich, dass es sich nicht so anfühlen wird, als würden wir die ganze Zeit mit dem erhobenen Zeigefinger daher kommen.

Tja, ich kann noch nichts genaues versprechen, aber wenn es nach mir geht und die Zeit es zulässt, dann wird es im Herbst eine erste EP der “neuen” Botany Bay geben. Und dann müssen wir mal schauen, wie es weiter geht… ein Album wäre sicher eine schöne Sache, aber wir machen uns jetzt erstmal keinen Stress damit (Nadine, Du kriegst jetzt wohl einen Euro von mir ;-)), allzu weit in die Zukunft blicken zu wollen.

Bis dahin:

run to the river
flowing to the sea

…und viel Spaß dabei.

InBetweenYears

“In Between Years” ist draussen!

 

released 28 May 2014

recorded 2010-2013 at
the blue saloon, bonn,
larch cottage, dornum,
k-burg, rhöndorf,
and at chateau d’if, cologne

produced by stephan kleinert
co-produced by stefanie mühr

performed by
stephan kleinert, keyboards, percussion, programming
stefanie mühr, lead vocals
with
marius beylebens, electric and acoustic guitars
felix klöckner, electric and acoustic bass guitars

and special guest
randi treybig, electric violin on „broken“

cc-by-nc-sa

Weitere Infos zum Album, was es ist und warum es so ist, findet ihr hier und hier.

Ich wünsche viel Spaß und Freude damit. Und ich würde mich über Verlinken, Sharen, Kopieren, Weiterverteilen sowie über den einen oder anderen Kommentar dazu sehr freuen. Es war eine lange Reise, und ich werde sie sicherlich nie vergessen.

Und jetzt auf zu neuen Ufern… ;)

As they ride with the tide…

Nach eurem überwältigenden Feedback konnte ich gestern abend gar nicht anders, als mich gleich mal hinzusetzen, alle alten Festplatten mit den Sessions der letzten 4 Jahre darauf anzuschließen und zu schauen (bzw. zu hören), was sich tun lässt.

Es freut mich, berichten zu können, dass es wird. Es braucht noch ein paar Tage, aber es wird.

Insgesamt sind es 14 Songs und Instrumentals, die auf den Sampler kommen werden. Die ersten davon sind vor Ewigkeiten auf unserem legendären Songwriting-Camp in Dornum entstanden, der letzte mit Ach und Krach letztes Jahr.

Ich muss zugeben, ich habe bei all dem Chaos der letzten Jahre den Überblick darüber verloren, was davon wir wann und an welcher Stelle veröffentlicht oder geteast haben; gut möglich, dass Einiges davon noch nie zuvor das Licht der Welt erblickt hat. Weiss nicht. Ehrlich nicht. Auf jeden Fall ist es alles, was mir verwertbar erscheint. Es gibt zwar noch wesentlich mehr Material, welches in seiner Summe das nächste Album hätte werden sollen, aber das ist alles nicht fertig, und der Rest der Geschichte ist ja bekannt.

Auf jeden Fall wird es auch einen schönen Titel und ein schönes Cover für die ganze Angelegenheit geben, nämlich dieses hier:

InBetweenYears

 

Wobei ich die Phrase “In Between Years“, wie auch die Überschrift zu diesem Posting, einem Depeche-Mode-Song entnommen habe, nämlich “Clean”. Den habe ich kürzlich mal wieder gehört, und er erschien mir passend ;-)

Wie gesagt, ein paar Tage noch, aber ich werde mich beeilen.

Denn  so sehr diese Musik gehört werden will und es verdient hat, so seltsam fühlt es sich für mich an, das jetzt alles doch noch mal anzufassen; das ist wie wenn man versucht, seine Freiheit wieder zu gewinnen um etwas Neues anfangen zu können, gleichzeitig aber doch irgendwie Sex mit der Ex hat… also werde ich schauen, dass ich das schnell hinter mich kriege…

Mehr demnächst an dieser Stelle.

Another One Bites The Dust

Tja, sieht wohl so aus, als sei restorm.com (wo all unsere Werke zuletzt hauptsächlich gehostet waren) wie so viele gute Ideen den Bach runtergegangen.

Das ist auch der Grund, warum all unsere Songs hier auf unserer eigenen Page nicht mehr verfügbar sind… die Player und Links gingen zu restorm.com, und das gibt’s nicht mehr.

Auf bandcamp sind unsere etwas älteren Produktionen allerdings auch gehostet; also werde ich wohl demnächst mal das “Musik”-Feature auf Bandcamp umbiegen.

Dort fehlen allerdings die “neueren” Songs.

Ich überlege gerade, ob ich mir, wenn ich hier eh alles noch mal anfassen darf, auch gleich noch die Mühe mache, all die Lieder (plus 1-2 ungehörte), die in den letzten drei Jahren auf Soundcloud, Restorm, Jamendo und Bandcamp verteilt veröffentlicht wurden, einfach mal zusammenzusuchen und auf Bandcamp als Sampler zu veröffentlichen.

In Anbetracht der Tatsache, dass die letzte Botany-Bay-Inkarnation jetzt ebenfalls Geschichte ist, wäre das ein ganz netter und passender Schlussstrich, denke ich. Allerdings wäre es auch ein bisschen Arbeit für mich, und eigentlich verbringe ich meine Zeit gerade auch sehr gerne damit, neue Sachen zu machen.

Und deshalb weiss ich nicht so recht… und mache mir hiermit die Entscheidung einfach ;-) Wenn dieses Posting über 10 positive Antworten kriegt, dann wird es gemacht, ansonsten nicht.

Na, wie sieht’s aus? ;-)

Update: Jahaaaa, ihr habt gewonnen, ich gebe mich geschlagen. :) :) :) Krass, wahnsinn, hätte nicht gedacht, dass das so schnell geht und hatte ehrlich auch meine Zweifel, dass es überhaupt geht :)  Auf jeden Fall: Wow! Gebt mir ein paar Tage Zeit… es wird was kommen :)

Ich

(Achtung, es wird egozentrisch und ausufernd. Muss jetzt aber mal sein. Wer damit nicht klar kommt oder es nicht lesen will: Mir egal.)

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Ich bin wieder da.

Ich schreibe ganz bewusst “Ich”, denn ich war es, der vor beinahe 10 Jahren den ersten Eintrag dieses Blogs verfasst hat. Und ich war es, der vor beinahe 20 Jahren dieses Projekt aus der Taufe hob.

Mit der Zeit gewann ich Mitstreiter und Weggefährten, mehrere Male wurde das “Ich” zu einem “Wir”, und es entstanden dabei Freundschaften. Und mehrere Male zerbrachen diese Freundschaften wieder; wegen unterschiedlicher Vorstellungen, oder weil man sich auseinandergelebt hatte… so wie das nun mal oft im Leben ist.

Manchmal aber ist die Grenze vom “Ich” zum “Wir” nicht so einfach zu ziehen, und mehrfach in meinem Leben (nicht nur in der Musik, sondern in allen möglichen Belangen) habe ich den Fehler gemacht, diese Grenze zu leichtfertig und zu großzügig auszulegen. Weil ich unbedingt das “Wir” wollte. Weil ich unbedingt Gemeinschaft und Freundschaft wollte, und in diesem Rausch vollkommen übersah, dass die andere Partei diese Gemeinschaft und Freundschaft lange nicht als so gemeinschaftlich und freundschaftlich empfand wie ich.

Ich kann mir durchaus vorstellen, woher das kommt.  Wenn man unbedingt tiefenpsychologisches Blabla anwenden möchte, dann kommt man irgendwann mit Sicherheit bei meiner verkorksten Kindheit an, in der ich lange Zeit ohne Freundschaften und Gemeinschaft auskommen musste, und mir umso sehnsüchtiger welche wünschte. Und diese Sehnsucht, ein Teil der drei ??? oder fünf Freunde oder TKKG oder was auch immer zu sein, die hörte eigentlich nie so richtig auf.

Auch bei Botany Bay nicht.

Und so kam es leider insbesondere in der letzten Botany-Bay-Inkarnation dazu, dass ich sehr oft “Wir” schrieb, als ich in Wirklichkeit “Ich” hätte schreiben sollen. Und, noch viel schlimmer, dass ich oft tage- und wochenlang darauf wartete, dass “wir” etwas tun, wenn eigentlich “ich” etwas hätte tun müssen, weil es ein “wir” schon lange nicht mehr gab.

Klar, das klingt jetzt sehr nach Vorwurf und eingeschnappt (und vielleicht ist es das sogar ein ganz kleines bisschen; daher hier an diejenigen die sich angesprochen fühlen: Ja, wenigstens ein ganz klitzekleines “tut mir leid” hätte ich echt sehr nett gefunden), aber hauptsächlich ist es mir sehr wichtig, festzustellen, dass ich zum großen Teil einfach selbst schuld bin und dass ich mich bemühen muss (und werde), den gleichen Fehler nicht noch mal zu machen.

Mit dem Abbruch der Arbeiten am letzten Album ist auch die zugehörige Besetzung Geschichte, und ich fange mit neuen Leuten, genauer gesagt, einer neuen Sängerin, ganz von vorne an. Und dieser neue modus operandi bringt ein paar Änderungen mit sich:

  • Die Band ist zunächst mal wieder ein reines Studioprojekt ist, wie ganz am Anfang, vor beinahe 20 Jahren: Es gibt mit der wunderbaren Nadine Wahl eine Sängerin, die (logischerweise) singt… und es gibt mich, der alles andere macht. Und wenn es sich ergibt, wird es auch Gäste geben. Ich werde aber niemandem mehr leichtfertig das “wir” anbieten, solange ich mir der Sache nicht hunderttausendprozentig sicher bin.
  • Ich werde wieder mehr bloggen, weil ich mich mit niemandem mehr absprechen muss, ob “wir” das so überhaupt sagen können oder dürfen, und ob das “unsere” Meinung ist oder nicht.
  • Ich werde meine Songs wieder vermehrt über weltanschauliche und politische Themen schreiben, die mir wichtig sind. In der Vergangenheit ist das in den Hintergrund getreten, weil “wir” da teilweise große Unterschiede hatten, und weil es mir so wichtig war, dass “wir” alle Berücksichtigung finden.
  • Die Facebook-Fanpage wird dicht gemacht. Facebook nimmt Künstler wie mich in Geiselhaft, indem einem der anfängliche Aufbau einer Fanbase leicht gemacht wird, danach die Sichtbarkeit aber nur gewährleistet ist, wenn man dafür teuer bezahlt (“schöne Fanbase hast Du da, wäre doch schade, wenn kein Schwein Deine Einträge liest, weil wir sie nicht anzeigen, oder?”).
    Ich sehe es überhaupt nicht ein, Mark Zuckerberg und seine Aktionäre dafür zu bezahlen, damit meine Fans mitbekommen, dass ich meine teuer produzierte Musik mal wieder verschenke. Für “uns” war so ein Schritt viel zu krass, aber mir persönlich kann Facebook den Buckel runterrutschen.
    (Natürlich wird es jede Menge Infos weiterhin hier an dieser Stelle geben, und auch auf Diaspora.)
  • Es wird wieder mehr Musik zu hören geben. Ach als Demo-Versionen und im Entstehen begriffenes…
  • und in dieser Musik wieder mehr Klavier & Keyboards & seltsame antike Synthies. Ich spiele zwar auch Gitarre, aber wesentlich lausiger als Tasteninstrumente…
  • Ich werde das mit den Gruppenfotos wieder zurückfahren. Es geht um die Musik, nicht um Personen. Deshalb wird es auch solche Postings wie das hier in Zukunft nicht mehr so oft geben. Es war mir nur wichtig, mir das mal von der Seele zu schreiben. Das ist hiermit geschehen.

Und jetzt: endgültig Schwamm über die alten Geschichten, und den Blick in die Zukunft gerichtet.

Mehr über die Musik folgt demnächst.

Und die neue Musik selbst natürlich auch.

Ich weiss, hier am Blog ist auch einiges zu richten, es funktioniert einiges nicht mehr und man kommt nicht mehr an die Lieder ran (es war ein Fehler, auf restorm.com zu setzen… naja, hinterher ist man immer schlauer)… ich kümmere mich darum.

Bis demnächst!

Die Wahrheit… und Sebastian

(tl;dr: Steffi ist als feste Sängerin ausgestiegen, die anderen haben keine Zeit oder kein Interesse oder was auch immer… und ich, Stephan, habe einfach keine Lust mehr, das Schiff schon wieder allein schaukeln zu müssen… und es gibt drei letzte, neue Songs)

Liebe Botany-Bay-Fans und sonstige Leser dieses Blogs,

es hat ja keinen Sinn, sich und der Welt was vorzumachen. Es hat sich im vergangenen Jahr so einiges ereignet, was dafür gesorgt hat, dass wir mit unserem neuen Album nicht wesentlich weiter sind als bei unserem letzten Update.

Wenn ich den aktuellen Zustand in die Zukunft projiziere, so muss ich leider gestehen, dass ich nicht glaube, dass sich daran gross etwas ändern wird… und es ist die Zeit gekommen, Botany Bay, so wie es jetzt ist, aufzugeben und neue Wege zu gehen.

Aber der Reihe nach:

Nachdem vorletztes Jahr mein Vater gestorben war, ging es meiner Mutter sehr, sehr schlecht, und sie gab sich letztes Jahr alle Mühe, ihm möglichst schnell hinterher folgen zu können. Zum Glück hat sie das nicht geschafft, und ich werde hier nicht weiter ins Detail gehen (‘Addiction/RedEarth‘ geben allerdings eine ungefähre Vorstellung vom generellen Feeling), aber auf jeden Fall war es eine unglaublich beschissene Zeit mit etlichen Krankenhausaufenthalten, die sich alle wie ein Besuch in der Hölle anfühlten.

Später im Jahr verlor ich dann betriebsbedingt meinen Job (niemand möchte für Apps und schon gar nicht für Spiele zahlen, niemand möchte Werbung sehen, und alle wollen immer alles umsonst, um nur mal ein paar Gründe aufzuzählen) und durfte mir einen neuen suchen. Das war nicht wirklich ein Weltuntergang, aber es nahm ne Menge Energie aus Botany Bay, und natürlich sind immer ne Menge Ängste und Unsicherheiten mit so einer Suche und Umorientierung verbunden. Bei United Toy war ich CTO gewesen, hatte einen großen kreativen Spielraum und konnte mir meine Arbeit frei einteilen. Es würde nicht einfach werden, wieder in einem ‘normalen’ Job Fuß zu fassen und mir meine Freiheiten zu bewahren… nicht der ideale Nährboden, um Musik zu machen.

Ungefähr zum gleichen Zeitpunkt wurde unsere geliebte Tia schwer krank, was später im Jahr darin gipfelte, dass wir sie gehen lassen mussten. Ich habe an anderer Stelle schon viel über Tia geschrieben, was ich hier nicht alles wiederholen muss; nur so viel: Sie war ein ganz besonderes Wesen, sie war unsere beste Freundin, und es war sehr schwer, sie zu verlieren.

Ebenfalls zum gleichen Zeitpunkt wurde Felix, unser Bassist, Vater. Yeah, endlich mal etwas Positives, und an dieser Stelle nochmals meine allerherzlichste Gratulation! Trotzdem sorgte natürlich auch dieser Umstand nicht unbedingt dafür, dass wir öfter Musik machen konnten.

Marius, unser Gitarrist, hatte zu diesem Zeitpunkt einen Job über den ich hier nichts schreiben soll, ausser dass er dazu geführt hat dass er so gut wie nie Zeit hatte und lange nicht so oft am Start war wie es für ein Vorankommen nötig gewesen wäre.

Und das alles erklärt dann endlich auch, warum “Gegen die Zeit”, unsere letzte Veröffentlichung zugunsten der DKMS, ausschließlich aus Steffi und mir besteht: Erstens waren die Jungs schlicht und ergreifend nicht verfügbar, und zweitens ließ Tias Zustand es nicht mehr zu, hier auf der K-Burg großangelegte Sessions mit zig hundert lauten, ungestimmten Instrumenten und Kabeln zu veranstalten; das hätte alles nur noch schlimmer gemacht.

 

Tia wurde genau einen Tag nach der letzten Session eingeschläfert (und das wiederum erklärt, warum ich auf dem Video, das eine Woche später entstand, genau so fertig-mit-der-Welt aussehe, wie ich es auch tatsächlich war).

Tja, womit wir bei “Gegen die Zeit” angekommen wären. Tatsächlich war dieses Lied nicht nur unser Beitrag für die DKMS, sondern es war irgendwo auch mein Abschiedsgeschenk an Steffi, und Steffis Abschiedsgeschenk an unsere Fans. Denn Steffi ist bereits seit einer ganzen Weile als feste Sängerin bei Botany Bay ausgestiegen. Wir wollten das erstmal nicht öffentlich machen, aber nachdem jetzt eh nix mehr voran geht scheint mir die Zeit dazu gekommen zu sein.

Langjährige Fans werden sich jetzt vielleicht an die letzte große Trennung im Jahre 2009 erinnern, damals war es Laura Dietrich, die ihren Abschied bei Botany Bay nahm, und die vorher sowas wie das stimmliche und wohl auch optische Aushängeschild von Botany Bay geworden war. Aber da muss ich gleich ganz energisch dazwischen grätschen, denn die beiden Trennungen haben so gut wie nichts miteinander zu tun.

Zum einen sind Steffi und ich weiterhin eng miteinander befreundet (ansonsten hätten wir kaum auf den letzten Metern und allen Umständen zum Trotz noch mal sowas wie ‘Gegen die Zeit’ rausgehauen), und zum anderen möchte Steffi sehr gern als Gastsängerin auch weiter dabei sein. Nur sorgen Dinge in unserer beider Leben sowie musikalische und weltanschauliche Differenzen dafür, dass wir uns mehr gegenseitig bremsen als wir uns gut tun. Und Steffi möchte einfach mal sich selbst finden und entdecken und selbst Singer/Songwriter sein und weiter kommen als man es in meiner kaputten Band momentan tut, und das gönne ich ihr irgendwo von ganzem Herzen.

Und so sieht es jetzt aus: Felix ist mitten im heftigsten Elternstress, Marius hat (gottseidank) einen neuen Job der ihm allerdings sehr viel abverlangt, weswegen wir uns auch weiterhin kaum mal sehen, Steffi ist als festes Mitglied ausgestiegen und ich bin mehr oder weniger gerade alleinverantwortlich für Botany Bay.

Stephan

Im Klartext heisst das, ich hab hier ein zu 60-75% fertiges Album mit wirklich den allerwunderschönsten und eindringlichsten Songs, die man sich überhaupt nur vorstellen kann, und die die letzten zwei Jahre über alllesamt unter teilweise sehr heftigen Bedingungen (der Tod meines Vaters ist nur ein Beispiel dafür) entstanden sind. Und momentan sieht es so aus, als ob hauptsächlich ich allein für dieses Vermächtnis verantwortlich bin; und dafür, es fertig zu kriegen.

Und dazu habe ich gerade weder die Lust noch die Kraft, so leid es mir tut.

Ich weiß, das war alles schon mal anders.

Als wir 2004-2007 “Grounded” aufnahmen, da war die Welt echt, wirklich und in ziemlich brutaler Weise gegen uns. Alles was schief gehen konnte, das ging auch schief. Wir wurden ausgelacht, ignoriert, unsere Instrumente wurden weggesperrt, wir wurden auf die Straße gesetzt, und niemandem (und damit meine ich: 0 Personen) ausser den unmittelbar Beteiligten (und das war lange Zeit nur ich) war das Projekt irgendwas wert. Und trotzdem hab ich’s durchgezogen, ich hab das Album fertig produziert, trotz allen die mich nicht unterstützt haben, trotz der Existenzängste die ich damals durchleiden musste, trotz allen Kollegen/Freunden/Lebensabschnittspartnern die’s nicht kapiert haben und die mir gesagt haben ich soll mein Leben nicht daran vergeuden… und ich bin irrsinnig stolz darauf.

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Und als sich 2009 dann Laura und ich in beiderseitigem Einverständnis endlich trennten, da waren einige (nicht viele, aber genug davon, dass es mich echt genervt hat) überzeugt davon, dass das jetzt das Ende ist. Dass es jetzt nicht mehr weiter geht, dass es ohne diese Stimme nicht weiter gehen könne. Ähem, schön, ja, hatte schon mal jemand mitgekriegt dass ich 90% der Songs allein geschrieben, produziert und arrangiert hatte? Nee, anscheinend nicht. Also musste ich mich mal wieder beweisen, und genau das habe ich auch getan (und, nein, unser allmählicher stilistische Wandel kam nicht davon, dass Laura nicht mehr mitschrieb; er kam davon, dass wir die Lust und die Möglichkeit hatten, das genau so zu tun; und auch Laura und ich hatten schon unsere triphoppigen und souligen Ausflüge gehabt…) Also kam Steffi dazu, und mit der Zeit allerlei andere neue Gesichter, und wir haben zusammen ein super geniales Botany Bay V2 hochgezogen, das sich vor Botany Bay V1 nicht im geringsten verstecken muss… Steffi und Felix und Marius und ich… und auch hier bin ich irrsinnig stolz darauf.

Und jetzt? Jetzt könnte ich anscheinend wieder mal der Menschheit und mir irgendwas beweisen, aber ich mag nicht und ich brauche auch nicht. Ich habe schon genug bewiesen. Ich habe der Welt viele, viele Stunden schöne Musik geschenkt, ich habe zwei verdammt schlimme Jahre hinter mir, habe meinen Vater, beinahe meine Mutter, meinen Job und zuletzt auch noch die Tia verloren… ich sehe nicht, warum und wie ich jetzt auf Teufel komm raus mehr oder weniger im Alleingang dieses Album fertig stellen soll. Ich bräuchte Hilfe dazu, und wenn ich die nicht kriege, gut, dann eben nicht.

Klar, es sind tolle Songs und es ist sehr, sehr schade um sie, und ich habe mir immer wieder vorgestellt wie wir im Frühjahr in einem Schiffchen auf dem Rhein eine große Premierenparty feiern und alles toll und wunderschön und genial wird… aber ich hab so viel hinter mir, dass ich gerade mal wirklich froh bin wenn ein paar Monate lang niemand stirbt und niemand krank wird und ich ein regelmäßiges Einkommen habe. Und die Enttäuschung, dass ich jetzt schon wieder allein alles regeln soll, die spielt natürlich auch eine große Rolle. Ich hab einfach keine Lust hier allein zu kämpfen, nur damit gekämpft ist, und mir am laufenden Band die Enttäuschung zu geben dass ich doch nur allein dastehe.

So ist es jetzt also. Es geht nicht weiter, so sehr ich es mir auch wünschen würde, und jedes Appellieren oder Hoffen meinerseits ist einfach nur frustrierend, weil es im Zweifelsfall weitere unzählige Wochen Stillstand zur Folge hat. Selbst diesen bescheuerten Artikel hier so abzusetzen dass er für alle vertretbar ist und mal eben die drei Songs fertig abzumischen war nicht möglich, ohne es erstmal zwei Wochen lang zu planen und dann doch nicht zu machen.

Deshalb: Botany Bay in der Besetzung Steffi/Marius/Felix/ich und dieses Album sind hiermit Geschichte.

Vielleicht wird sich daran irgendwann etwas ändern, vielleicht sind irgendwann auch die anderen wieder dabei… aber zu behaupten, wir kriegen dieses Album irgendwie noch fertig oder machen alle zusammen irgendwas anderes ganz tolles, das wäre falsch und würde niemandem etwas bringen, ausser uns (->mich) unter Stress zu setzen.

bbSebastian2

Aber als kleines Geschenk vor der Eiszeit möchte ich mit euch gerne drei der Lieder teilen, die tatsächlich fertig geworden sind. Eines davon, das erste, heisst “Sebastian”, und obwohl es eigentlich um etwas ganz anderes geht, und obwohl es geschrieben wurde, als wir noch eine durchaus funktionsfähige Band waren, beschreibt es irgendwie doch auch auf wundersame und prophetische Weise den Zustand, in den wir uns reinmanövriert haben.

Sebastian
You know it’s strange, people’s minds
Working miracles sometimes
They might give you wings
They might make you fly
And sometimes you notice
But most of the time
You don’t even try
Please tell me it ain’t so
Please tell me there’s a way
A way that you can see
And that you still believe
Please tell me you’ll wait
Where the river meets the sea
And that if I lose my way
That you’ll come back for me
Sometimes it’s hard
All by yourself
Cause you put your dreams
Back into the shelf
Can’t hear the voices
Although you try
And sometimes you catch them
But most of the time
They’re just passing by
Please tell me it ain’t so…

 

Ich habe mir die vergangenen Wochen sehr gewünscht dass wir abgeholt werden von diesem seltsamen Ort, an dem wir irgendwie verloren gingen. Aber irgendwie werde ich den Weg zurück wohl allein finden müssen.

Ich melde mich, wenn ich dort bin.

P.S.: Was mich persönlich betrifft, ich werde natürlich weiterhin Musik machen. Ich kann gar nicht ohne, deshalb frustriert mich dieser ganze Scheiß auch so ohne Ende. Ich bin mir noch nicht sicher, ob das unter dem Namen Botany Bay laufen wird, oder ob ich ein neues Projekt gründen werde; es wird auf jeden Fall wieder was zu hören geben, wenn auch nicht unbedingt hier. Die Zeit wird es zeigen.

P.P.S.: “Sebastian” hatte ursprünglich eine ganz andere Bedeutung. Es geht um keine reale Person die “Sebastian” heisst… es geht vielmehr um eine Person die stellvertretend für viele Menschen ist, deren wilde Träume mit der Zeit auf der Strecke bleiben, weil das die einzige Möglichkeit ist, mit diesem verdammten Leben fertig zu werden und sich anzupassen… obwohl sie so schön, beneidenswert und einzigartig gewesen waren… und über die Hoffnung, dass niemals alles verloren ist.

Gegen Die Zeit

Willkommen im neuen Jahr! Denn auch in diesem Jahr geht es mit unserem neuen Projekt in Zusammenarbeit mit der DKMS weiter. Wir werden weiter Gutes tun. Deshalb wollen wir direkt mal den ersten guten Vorsatz für dieses Jahr umsetzen. Chaka. Den Song “Gegen die Zeit” haben wir für euch ab sofort hier zum Download bereit gestellt:

Gegen die Zeit

>> Gegen die Zeit – MP3 Download <<

Alles, worum wir euch bitten, ist dafür eine Spende zu hinterlassen. Wir werden 100% der Einnahmen aus diesem Song der DKMS zu Gute kommen lassen. Zur Spende geht´s hier entlang:





Einziger Haken bei der Sache ist, dass wir euch für diese Spende keine Spendenquittung ausstellen können. Wenn ihr eine solche benötigt, bitte direkt an das im Video genannte Spendenkonto überweisen.

Empfänger        DKMS
Kontonr.           12 6666 700
BLZ                  640 700 85
Deutsche Bank Reutlingen
Stichwort: „Gegen die Zeit“

In diesem Sinne wünschen wir euch weiterhin viel Spaß beim Reinhören und danken euch für all die Unterstützung, die ihr uns bereits jetzt gegeben habt. Es tut gut zu wissen, dass ihr nach wie vor so hinter uns steht und dass ihr mit uns gemeinsam Leben retten wollt. Aus tiefstem Herzen Danke!

 

Für einen guten Zweck…

Nachdem ich nun als Sängerin seit einigen Jahren bei Botany Bay dabei bin, dachte ich, es kann sicherlich nicht schaden auch mal einen Blog Eintrag zu verfassen. Aber mein erster Eintrag sollte schon etwas besonderes sein, etwas was mir sehr am Herzen liegt, darum habe ich bis heute damit gewartet, denn jetzt geht es wirklich um eine sehr persönliche Geschichte.

Als mein Vater vor einigen Jahren schwer erkrankte und niemand in zig Krankenhäusern sagen konnte, was er eigentlich hat, war ich schwer schockiert. Dass es solche Krankheiten in unserer Gesellschaft überhaupt noch gibt, war mir bis dato nicht bewusst. Ich musste über 2,5 Jahre mit ansehen, wie mein Vater immer schwächer und schwächer wurde und dabei von Krankenhaus zu Krankenhaus verlegt wurde, weil ihm niemand helfen konnte bis…ja bis schließlich der Körper sich so sehr wehrte, dass er zu allem Überfluss noch Leukämie (Blutkrebs) bekam und es damit nicht nur langfristig sondern plötzlich sehr kurzfristig lebensbedrohlich für ihn wurde. Ich begann natürlich sofort mich mit allem, was helfen könnte, auseinander zu setzen und stieß dabei auf meinen Hoffnungsträger: die DKMS.

Allerdings konnte ich zeitgleich auch von anderer Seite Hoffnung schöpfen, weil wir gleich 2 passende Spender innerhalb der Familie finden konnten. Mein Vater hatte also Glück, wurde wieder gesund und wir waren letztendlich nicht auf eine Stammzellenspende aus der DKMS angewiesen. Jedoch haben nicht alle dieses Glück. Während mein Vater sich in der Chemotherapie befand, habe ich auf der Isolierstation mit ansehen müssen, wie viele andere einen geliebten Menschen verloren haben. Und genau deshalb möchte ich mich nun einsetzen. Für alle die ein Stück mehr Lebenszeit verdient haben.

Ich habe mich also gefragt, was jemand wie ich tun kann, um die DKMS zu unterstützen. Und da ich nunmal Sängerin bin, habe ich Stephan darum gebeten, mit mir einen Song zu schreiben. Und das ist dabei herausgekommen.

Unser erster deutscher Song — es geht ja schließlich um die Deutsche Knochenmarkspenderdatei.

Dieser Song beschreibt das Schicksal einer Person – naja, wenn man ehrlich ist, natürlich mein Schicksal – , die zusehen muss, wie sie einen geliebten Menschen langsam verliert (und davon können Stephan und ich weiß Gott ein Lied singen). In diesem Lied kann diesem Menschen durch eine Stammzellenspende der DKMS geholfen werden. Zum Glück.

Wir möchten mit diesem Song Lebenszeit schenken. Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass Blutkrebs ein Thema ist und wir alle davon betroffen sein könnten. Wir möchten das Bewusstsein schaffen, dass Zeit und insbesondere Lebenszeit ein knappes Gut ist und wir dafür kämpfen sollten. Und dieser Kampf kann in diesem Fall so einfach sein. Denn eine Typisierung ist wirklich nicht kompliziert. Leute: da liegt Lebenszeit so einfach auf der Straße rum und ihr helft nicht? Also los: Stammzellenspender werden!

Alle Info´s zur Typisierung findet ihr hier:

http://www.dkms.de/de/spender-werden

Wenn dieser Song auch nur einen Menschen dazu bewegt, sich bei der DKMS typisieren zu lassen und dadurch auch nur ein Leben gerettet werden kann, dann hat er seinen Zweck bereits erfüllt.

Eine Typisierung kostet die DKMS rund 50 EUR. Deshalb benötigt die DKMS Spenden. Dazu habt ihr zwei Möglichkeiten: entweder ihr spendet direkt an das im Video eingeblendete Konto

DKMS
Kontonr. 12 6666 700
BLZ 640 700 85
Deutsche Bank Reutlingen
Stichwort: „Gegen die Zeit”

Oder aber ihr nutzt den Button beim Songdownload auf unserer Homepage, http://botanybay.cc (kommt in 2-3 Tagen!). Wie immer gibt es diesen Song zum Download, und am meisten würden wir uns freuen, wenn ihr auch diesmal einen Beitrag eurer Wahl spendet. (Richtig, es müssen nicht mind. 50 Euro für die Typisierung sein, nein, jede Spende zählt)

Jetzt bleibt mir nur noch zu sagen: vielen, vielen Dank an alle, die uns unterstützen und die uns helfen werden.

Und ein letztes: Papa. Schön, dass du wieder bei uns bist!

Lebenszeichen…

…ist leider das falsche Wort, denn wir sind unendlich traurig, dass Tia nicht mehr unter uns weilt. Sie war fast bei jeder Session dabei, und sie hat uns immer gerne zugehört und mochte es, wenn wir Musik machten. Meistens machte sie es sich vor dem Bassverstärker bequem (am besten, wenn er ganz laut aufgedreht war), oder sie legte sich zu Marius’ Füßen und lauschte seinen Gitarrentönen…

Am 22. Oktober mussten Stephan und Katja sie schweren Herzens gehen lassen.

Kurz vorher hatte Steffi den Text zu einem neuen Song geschrieben, den sie mit Stephan zusammen aufnahm und für einen guten Zweck veröffentlichen wollte, inklusive Konzert. Leider kam alles anders.

Aber der Song ist so gut wie fertig, und allmählich sind wir zumindest wieder bereit, ihn zu veröffentlichen. Nächste Woche vermutlich; es geht also weiter. Wenn es auch schwer ist.

Tia, wir werden Dein Tapsel-Geräusch auf unseren Outtakes vermissen!

Just your ears, and just your eyes.