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All That Love


all that love

do you remember how you took me in
and gave me shelter from the cold
you sat by my side and listened
when there was no one else around
I still remember all the warmth you gave
out of that different world of yours
orange glistening autumn river
flowing on forever more
you’ll never know
how much I envied you

for all that love
for all that love
for all that love
for all that love

and I remember how you listened
to all the songs we used to sing
you were so different from the others
who just could not feel a thing
people might pat you on the back
but they don’t know who you are
and they forget you all too easily
looking for some brighter star
and you’ll never know
how much I envied you

for all that love…

Stephan Kleinert- piano
Stefanie Mühr – vocals

Recorded 11/08/2014 at K-Burg
Produced by Stephan Kleinert


Liebes Blog,

Heute bist Du auf den Tag genau zehn Jahre alt.

Ich hätte mir nie träumen lassen, dass Du so lange durchhältst, und dass Du so viel erleben würdest.

Du hast alle Höhen und Tiefen dieses Projektes mitbekommen.

Du warst Zeuge der Premiere zweier Alben und dreier EPs und von was weiß ich wie vielen Singles und Videos.

Du warst dabei, wie dieses Projekt live und in Farbe auf die Bühne ging, obwohl ich das nie geplant hatte. Wie wir erst ziemlich unbeholfen und dann immer selbstbewusster unsere Musik live darboten, und wie wir tosenden Applaus dafür ernteten… für etwas, wovon ich wenige Jahre zuvor noch gedacht hatte, es würde niemals jemand haben wollen.

Du warst dabei, als der Applaus wieder verstummte, als uns ehemalige Wegbegleiter den Rücken zukehrten und als Freundschaften zerbrachen. Und Du warst Zeuge, wie sich neue Pfade aufzeigten, neue Lebenswege kreuzten und neue Freundschaften entstanden.

Du hast vier Umzüge mitbekommen… die schier endlos erscheinende Zeit, in der ich meinen Platz nicht finden konnte… und schließlich warst Du bei mir in der Zeit, in der ich ihn endlich fand.

Und schließlich hast Du auch jene schicksalshaften Vorgänge der letzten beiden Jahre miterlebt – die Krankheit und den Tod meines Vaters, der Abschied von Tia, und die bald darauf folgende (bzw. währenddessen stattfindende) stille Implosion unserer letzten Besetzung.

Als Du im Jahre 2004 erstmals online gingst, hattest Du im Durchschnitt zwölf Besucher pro Woche, Spammer nicht mitgezählt. Zwischendurch waren es weit über 1000 täglich… und es ist wohl eine kleine aber feine Ironie des Schicksals, dass wir beide jetzt, zehn Jahre später, quasi wieder ganz am Anfang angekommen sind.

Du hast dieses ganze Auf und Ab stoisch und treu und ohne Murren, Allüren oder Selbstzweifel weggesteckt – was ich von mir selbst leider nicht behaupten kann. Ich möchte kein Geheimnis daraus machen, dass ich seit „Visionary Man“ einigermaßen ratlos bin, wie und ob Botany Bay weitergehen soll; und dass ich meine Motivation gerade nicht wieder finde, so sehr ich auch danach suche, und so sehr mir die Musik auch fehlt… und so sah es lange Zeit so aus, als würde zu Deinem zehnjährigen Jubiläum nicht viel passieren.

Doch dann kam Steffi, meine Ex-Sängerin, mich besuchen.

Eigentlich hatten wir nicht vor, zusammen irgendwas aufzunehmen. Wir wollten uns einfach nur mal wieder sehen, reden, gemütlich eine Flasche Wein leeren und uns austauschen, wie es uns inzwischen ergangen war. Irgendwann kam unser Gespräch dann aber auf einen Song, den ich vor einigen Wochen geschrieben hatte; und auf mein kleines Motivationsproblem. Tja, ehe wir uns versahen, standen wir plötzlich im Recording-Türmchen der K-Burg und nahmen das Ding zusammen auf. Ganz simpel, nur Gesang und Klavier, live, so wie in den guten alten Zeiten. Nach drei Takes war der Song im Kasten.

In dem Song geht es nicht direkt um Dich, liebes Blog. Ich weiss leider nicht, wie man Songs über Blogs schreibt. Aber ich weiss wie man Songs über Menschen schreibt, und dieser Song handelt von zwei Menschen, die einmal sehr gut zu mir waren. Die sich gefunden und wieder verloren haben, genau so wie ich sie gefunden und wieder verloren habe. Und irgendwie passt er sehr gut zu Dir und zu den zehn Jahren Auf und Ab, die Du gesehen hast – und zu der Situation, wie sie jetzt ist, auch (oder: gerade weil) wir eine mögliche dritte Strophe bewusst weggelassen haben.

In diesem Sinne:

Einen ganz großen Dank für alles!

An Dich, und an die beiden Menschen, die besungen werden.

Und natürlich an Steffi, die das Unmögliche möglich gemacht hat.

Ich würde gerne schreiben, auf die nächsten zehn Jahre, aber ich habe keine Ahnung was wird.

Daher: Einfach mal schauen.

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Kleine Planänderung

Liebe Leute,

mir ist in den letzten drei Tagen aufgefallen, dass ich mich unglücklicherweise und ungewollt wieder weit von meiner Absicht entfernt habe, meine Musik nur um der Musik willen zu machen und dabei neue Gebiete zu erkunden, zu experimentieren, neue Wege zu beschreiten und einfach ich selbst zu sein.

Stattdessen habe ich (insbesondere mit der Veröffentlichung von “Visionary Man” einmal mehr) versucht, zu gefallen und die Werbetrommel zu rühren und möglichst perfekte, vermeintlich notwendige Lebenszeichen von mir zu geben und Eindruck zu machen… und war dann überhaupt nicht begeistert, als das Feedback ausblieb.

Ich habe mir aber schon vor langer Zeit geschworen, das nicht mehr so anzugehen… und irgendwie musste ich mich daran wohl erstmal selbst wieder erinnern.

Bitte seid also nicht enttäuscht, wenn ich hier in Zukunft vom Prinzip “Lieder veröffentlichen für Promo-Zwecke” wieder absehen werde… ich tue dies, damit ich nicht die Lust an der Musik verliere, und damit etwas Neues, Schönes, fernab von den blödsinnigen Zwängen des Gefallen-Wollens entstehen kann.

Ich werde nach einem Weg suchen, euch daran irgendwie teilhaben zu lassen, aber das Auskoppeln von Singles und das zeitweise beinahe verzweifelte Anpreisen derselben auf sozialen Netzwerken kann es nicht sein. Das ist zu sehr mit Überlegungen verbunden (“was muss ich machen, damit es gehört wird?”, etc.), die meinem Ansinnen entgegen stehen.

Ich weiss dass ihr das verstehen werdet und ich freue mich sehr über euer ungebrochenes Interesse an Botany Bay. Ich werde es nicht enttäuschen.

Liebe Grüße,
Stephan

P.S.: Ja, vorher stand hier ein anderer Eintrag des mehr oder weniger gleichen Inhalts, der aber einen viel negativeren Tenor hatte und viele meiner Hörer traurig gestimmt hat…  und der zugegebenermaßen in einem Zustand der Frustration abgefasst wurde, in dem ich nicht hätte schreiben dürfen.

Es war aber nie meine Absicht, meine Hörer zu frustrieren. Und es war ebenfalls zugegebenermaßen keine gute Idee, die Kommentarsektion zu schließen.

Also: Ich mache natürlich weiterhin Musik, und ich mache mir auch sehr viele Gedanken darüber, wie ich das Publikum daran teilhaben lassen kann, ohne dass es in den für mich unbefriedigenden Leistungssport “Singles auskoppeln” ausartet. Wenn jemand Ideen hat, die Kommentarsektion ist wieder eröffnet :)

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New Song: Visionary Man

recorded summer 2014 at k-burg
produced by stephan kleinert

performed by

stephan kleinert – instruments, backing vocals
katharina cembik – lead and backing vocals
nicole schmidt – backing vocals

lyrics and music by stephan kleinert

music licensed under CC-BY-NC
cover by ElektrollArt, licensed under CC-BY


visionary man

he got his show on tv
and a racing car
he’s such a notable person
on wikipedia
he shook hands with the chancellor
now let him demonstrate
how to run a business
he’s steve reincarnate

visionary man
visionary man (he’s such the visionary man)
visionary man
visionary man (he’s such the visionary man)

he’s got the sense of direction
while you are going nowhere
he demands perfection
and you will bring him there
watch him sow the seeds
and then reap what was sown
it will never be yours
it is all his own

visionary man (he’s such the visionary man)
visionary man (he’s such the visionary man)
visionary man (he’s such the visionary man)

here’s to the folks who made you what you are
all the people giving all their wits
you used them all up till there was nothing left
and you never gave a shit
here’s to the source of all your genius
and the source of all your wealth
won’t you tell me how you sleep at night?
how are you living with yourself?

visionary man…

Neue Musik: Ein Vorschlag!

Hallo ihr Startup-Gründer, und diejenigen, die es werden wollen!

Letzte Woche, beim Schreiben meines Artikels über die Entstehung von “The Crow Song”, ist mir eine Geschäftsidee gekommen. Und zwar ist diese Idee nicht mal wirklich neu, sondern es gab sie schon einmal, und das Ergebnis war so erfolgreich, dass es  (so zumindest meine Vermutung) mit Absicht aufgekauft und zugrunde gerichtet wurde.

Aber ich beginne von vorne: Das Problem mit neuer Musik von neuen (oder auch alten) Künstlern ohne Promo-Company, bzw. von CC-lizenzierter Musik ist ja immer noch: Man findet sie nicht.

Es gibt zwar Plattformen im Netz, wo man seine Musik zum Download zur Verfügung stellen kann (Bandcamp, Grooveshark, Soundcloud, und wie sie alle heissen…)… und es gibt Seiten wie Jamendo und Restorm, die sich das Entdecken von CC-lizenzierter Musik auf die Fahnen geschrieben haben.

Das Problem ist nur: Bandcamp & Co. stellen größtenteils einfach nur die Infrastruktur zum Hochladen, Vertreiben und Downloaden zur Verfügung. Ja, sie haben auch ein bisschen Community weil man das im Web 2.0 so haben muss, aber wirklich Neues entdeckt man dort nicht, es sei denn, man weiss ganz genau, was man sucht… und dann ist es auch nicht mehr neu.

Jamendo hingegen war zwar vor langer Zeit einmal eine sehr vielversprechende Angelegenheit, wurde aber nie weiter- sondern ausschließlich zurückentwickelt, und ist insbesondere in seiner letzten Inkarnation nur noch ein Witz. Ich meine, es ist zwar sicher ganz gut zu wissen, wo ich die neuesten House-Tracks von Professor Cliq runterladen kann (oder, wenn ich zufällig ein Foltergefängnis leite, wo ich 47.372 schlechte Kopien davon herbekomme), aber dazu braucht es nicht unbedingt eine eigene Plattform.

Und Restorm hat nie richtig funktioniert und ist jetzt pleite.

Woran sich in diesem schnelllebigen Neuland hier vermutlich kaum jemand erinnern kann: Es gab schon mal eine Plattform, auf der das Entdecken von neuer Musik und der Austausch von Künstlern untereinander und Künstlern mit ihrem Publikum enorm gut funktionierte.

Und die nannte sich garageband.com (der Link geht inzwischen zu Apple, also spart euch einen Besuch dort).

Zu seinen Glanzzeiten warb garageband.com mit Sir George Martin und anderen Producer-Grössen… und zwar, weil die Idee einfach wirklich verdammt gut und revolutionär war, und überdies auch noch funktionierte.

Sir George Martin versprach nicht zu viel. Das war vermutlich auch der Grund, warum garageband gehen musste.

Sir George Martin versprach nicht zu viel. Das war vermutlich auch der Grund, warum garageband.com gehen musste.

Die Idee war die folgende: Bands und Solokünstler können ihre Musik auf garageband.com hochladen und von anderen Personen besprechen lassen. Jeweils 20 Besprechungen erkaufen einem das Recht, selbst einen Song hochzuladen und besprechen zu lassen (alternativ dazu konnte man auch einfach was zahlen).

Zum Besprechen konnte man zunächst die Genres angeben, in denen man gerne Rezensent sein wollte. Man bekam dann per Zufallsprinzip verschiedene Songs vorgespielt (anonymisiert, so dass man erstmal nicht wusste, worum es sich handelt… und die man erst nach drei Vierteln ihrer Laufzeit überspringen konnte… so wurde sicher gestellt, dass man sich mit den Songs wirklich beschäftigt) und musste dann Sterne in verschiedenen Kategorien vergeben, sowie eine Freitext-Rezension mit mindestens x Wörtern schreiben.

Und damit die Besprechungen ein hohes Niveau hielten und sich auch wirklich mit den Songs beschäftigten, wurden ihre Qualität wiederum auch per Zufall von den Usern bewertet.

Das Ganze war ein verdammt ausgeklügeltes System, das verdammt gut funktionierte. Es funktionierte so gut, dass es im Jahre 2007 von myspace/iLike (kennt die noch jemand?) gekauft und direkt danach sterben gelassen wurde.

Was lief also falsch bei GarageBand?

Gar nichts.

Man ließ sich nur von den falschen Leuten kaufen, aus welchem Grund auch immer.

Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen: Ich erlebte nie wieder so viel Austausch mit Musikern und Nichtmusikern im Internet, wie damals zu den Zeiten von garageband.com. Und ich lernte nie wieder im Internet so viel interessante und neue Musik kennen. Und insbesondere Jamendo erscheint im direkten Vergleich mit garageband.com nur noch lächerlicher als es eh schon ist.

Es gab dort einfach alles. Eine lebendige Szene, eine lebendige Diskussionskultur, und grenzenloses Entdecken.

Tja, und das ist mein Vorschlag: Ein GarageBand-Klon, ebenso auf Nichtmusiker und Community zugeschnitten, wie auf Musiker und deren Austausch untereinander.

Klar, es wird von den Clowns bei Vox kein Geld für diese Idee geben, und es werden erstmal sehr viele Stimmen laut werden, welche die Sinnhaftigkeit der Unternehmung in Frage stellen werden (“es gibt doch schon so viel Musik, wer soll das hören?”, “aber Spotify ist doch viel cooler und dort ist auch Justin Bieber”, und so weiter und so fort…)

Aber wenn es klappt, dann wird in ein paar Jahren Facebook (oder welche Plattform bis dahin auch immer in den Diensten der Musikindustrie steht) anklopfen und den Laden unbedingt kaufen wollen.

Und wäre es nicht total genial, dann einfach “Nö” zu sagen?

Also, wer hat Interesse? Ich würde investieren. Und wir würden vermutlich auch noch andere finden, die das tun würden…

Ein Poll, ein Poll!

Wow!

Anscheinend kam “Ein Song und seine Geschichte” gar nicht so schlecht an.

Zwar gab’s leider kein Feedback hier (und auf Facebook mal eh nicht), aber dafür gab’s ein bisschen was auf Diaspora, und die Zugriffszahlen auf das Blog sagen mir, dass die Geschichte über 300 mal gelesen wurde. Very nice, sirs and madams :) Normalerweise habe ich ein Zehntel dieser Zugriffszahlen, und zwar an einem guten Tag.

Ich freu mich also. Nur das mit den Kommentaren müssen wir anscheinend wieder üben. Und zwar folgendermaßen:

Weil der letzte Artikel über die Entstehung eines Songs so gut angekommen ist, werde ich sehr gerne noch einen schreiben. Ich habe nur keine Ahnung, über welchen Song. Das dürft ihr, die Leser dieser Seiten, entscheiden. Einfach den Namen eines Songs über den ihr mehr erfahren wollt unter diesen Artikel als Kommentar schreiben. Derjenige, der am meisten genannt ist, wird von mir schön lang und breit auseinander genommen, gerne auch wieder mit Bildern wenn ich welche habe :)

Oh, und als kleinen Dank bekommen diejenigen, die den Song genannt haben, den ich im Endeffekt besprechen werde, etwas zu hören, was sonst noch niemand kennt.

 

Falls nichts mehrfach genannt wird oder mehreres in der gleichen Anzahl mehrfach genannt wird, entscheidet das Los.

Und falls niemand mitmacht, passiert halt nichts.

“Einsendeschluss” ist der 11.7.2014. Ich bin mal gespannt… :-) Hoffentlich sucht ihr euch was raus, wozu ich auch einigermaßen was schreiben kann…

P.S.: Falls ihr euch nicht entscheiden könnt oder keine Ahnung habt was es alles gibt oder wovon ich überhaupt rede: Hier kann man weiterhin alles hören, runterladen, kopieren und weiterverteilen ohne dass Moses Pelham die Cops auf euch hetzt.

Discography: Fixed! :)

Es freut mich ausserordentlich, mitteilen zu können, dass der “Musik“-Link oben in der Navigationsleiste wieder funktioniert, und somit all unsere Werke aus den letzten 7 Jahren wieder ganz leicht erreichbar und herunterladbar sind.

Viel Spaß damit!

P.S.: Da ich weiss, dass das für einige ein Klick zu viel sein wird, hier auch noch mal alles direkt gleich hier:

2014

2011

2010

2009

2007

Schon erstaunlich, was in 7 Jahren so passieren kann…

P.P.S.: Für die Leute, die von Facebook kommen: Ja, ich weiss, ‘tschuldigung, auf facebook kann man sowas nicht einfach so posten. Deshalb, stellt euch einfach vor, ich hätte darüber geschrieben: “DIESER MUSIKER VERSCHENKTE SIEBEN JAHRE LANG SEINE MUSIK IM INTERNET. DOCH WAS DANN PASSIERTE, DAS WAR UNGLAUBLICH!!!”

B

Hätte, wäre, B

Nur der Vollständigkeit halber, und weil ich es noch nicht oft genug (und hier noch gar nicht) gewürdigt und erwähnt habe:

Das unvollendete Album der letzten Besetzung hätte “B” geheißen. Ihr versteht vielleicht, so wie in “be” (sein). Bzw. so wie in Botany Bay ;-)

Und das Booklet-Artwork wäre von ElektrollArt gewesen.

Und das Front-Cover hätte so ausgesehen (cc-by, das ganze wäre in einer sechsseitigen Papphülle gewesen, plus Booklet) :

B

B

P.S.: Was die Zukunft angeht: Natürlich wird es nicht ganz so wie ursprünglich angedacht. Wie könnte es anders sein ;-) Zum Beispiel wird alles doch wieder ein bisschen größer und mehr Leute als anfangs geplant.

Hach ja.

Demnächst mehr.

Ich glaube, ich mache hier einfach keine Ankündigungen mehr, bis das, was ich ankündige, schon längst zu 101%ig sicher im Kasten ist

;-)

State Of The Union

Ich dachte, ich schreib mal kurz ein bisschen was darüber, wie es aussieht. Das hab ich zum letzten Mal in der Form glaub ich irgendwann im Jahre 2006 gemacht… aber warum sollte man alte Traditionen nicht wieder aufleben lassen? :)

Es freut mich also sehr, mitteilen zu können, dass wir gerade an insgesamt sieben ganz fantastischen und vollkommen neuen Songs herumwerkeln.

Einen davon, “All Good Things” habe ich einem überaus (Diaspora*) bzw. überhaupt nicht (Facebook) interessierten Publikum bereits vor knapp zwei Monaten vorgestellt. Dieses Blog befand sich damals noch im Dornröschenschlaf, und deshalb ist es um so wichtiger, die Vorstellung hier endlich mal nachzuholen.

Also, liebe Leute, für alle die es noch nicht kennen, das hier ist “All Good Things”. Noch nicht die fertige, sondern eine Demo-Version davon, aber es zeigt schon sehr schön, wo die neue Reise hingehen wird:

Die restlichen Lieder, an denen wir gerade arbeiten, tragen die vorläufigen Titel

  • Atlas
  • Visionary Man
  • Kim Went Shopping
  • Humankind
  • Summer Hit
  • Listen

…wobei sie von oben nach unten “mehr fertig” sind. Will heissen, von Atlas gibt’s schon die ersten durchaus anhörbaren Demos, und zu “Listen” ein bisschen Musik und gerade mal die Idee, worum es im Text gehen soll.

Aber es wird.

Was genau es wird, das kann ich noch nicht sagen, aber ich kann schon verraten, dass es wesentlich gesellschaftskritischer und politischer werden wird, als alles was wir voher jemals gemacht haben… und dabei doch so persönlich, dass es sich nicht so anfühlen wird, als würden wir die ganze Zeit mit dem erhobenen Zeigefinger daher kommen.

Tja, ich kann noch nichts genaues versprechen, aber wenn es nach mir geht und die Zeit es zulässt, dann wird es im Herbst eine erste EP der “neuen” Botany Bay geben. Und dann müssen wir mal schauen, wie es weiter geht… ein Album wäre sicher eine schöne Sache, aber wir machen uns jetzt erstmal keinen Stress damit (Nadine, Du kriegst jetzt wohl einen Euro von mir ;-)), allzu weit in die Zukunft blicken zu wollen.

Bis dahin:

run to the river
flowing to the sea

…und viel Spaß dabei.

As they ride with the tide…

Nach eurem überwältigenden Feedback konnte ich gestern abend gar nicht anders, als mich gleich mal hinzusetzen, alle alten Festplatten mit den Sessions der letzten 4 Jahre darauf anzuschließen und zu schauen (bzw. zu hören), was sich tun lässt.

Es freut mich, berichten zu können, dass es wird. Es braucht noch ein paar Tage, aber es wird.

Insgesamt sind es 14 Songs und Instrumentals, die auf den Sampler kommen werden. Die ersten davon sind vor Ewigkeiten auf unserem legendären Songwriting-Camp in Dornum entstanden, der letzte mit Ach und Krach letztes Jahr.

Ich muss zugeben, ich habe bei all dem Chaos der letzten Jahre den Überblick darüber verloren, was davon wir wann und an welcher Stelle veröffentlicht oder geteast haben; gut möglich, dass Einiges davon noch nie zuvor das Licht der Welt erblickt hat. Weiss nicht. Ehrlich nicht. Auf jeden Fall ist es alles, was mir verwertbar erscheint. Es gibt zwar noch wesentlich mehr Material, welches in seiner Summe das nächste Album hätte werden sollen, aber das ist alles nicht fertig, und der Rest der Geschichte ist ja bekannt.

Auf jeden Fall wird es auch einen schönen Titel und ein schönes Cover für die ganze Angelegenheit geben, nämlich dieses hier:

InBetweenYears

 

Wobei ich die Phrase “In Between Years“, wie auch die Überschrift zu diesem Posting, einem Depeche-Mode-Song entnommen habe, nämlich “Clean”. Den habe ich kürzlich mal wieder gehört, und er erschien mir passend ;-)

Wie gesagt, ein paar Tage noch, aber ich werde mich beeilen.

Denn  so sehr diese Musik gehört werden will und es verdient hat, so seltsam fühlt es sich für mich an, das jetzt alles doch noch mal anzufassen; das ist wie wenn man versucht, seine Freiheit wieder zu gewinnen um etwas Neues anfangen zu können, gleichzeitig aber doch irgendwie Sex mit der Ex hat… also werde ich schauen, dass ich das schnell hinter mich kriege…

Mehr demnächst an dieser Stelle.

Another One Bites The Dust

Tja, sieht wohl so aus, als sei restorm.com (wo all unsere Werke zuletzt hauptsächlich gehostet waren) wie so viele gute Ideen den Bach runtergegangen.

Das ist auch der Grund, warum all unsere Songs hier auf unserer eigenen Page nicht mehr verfügbar sind… die Player und Links gingen zu restorm.com, und das gibt’s nicht mehr.

Auf bandcamp sind unsere etwas älteren Produktionen allerdings auch gehostet; also werde ich wohl demnächst mal das “Musik”-Feature auf Bandcamp umbiegen.

Dort fehlen allerdings die “neueren” Songs.

Ich überlege gerade, ob ich mir, wenn ich hier eh alles noch mal anfassen darf, auch gleich noch die Mühe mache, all die Lieder (plus 1-2 ungehörte), die in den letzten drei Jahren auf Soundcloud, Restorm, Jamendo und Bandcamp verteilt veröffentlicht wurden, einfach mal zusammenzusuchen und auf Bandcamp als Sampler zu veröffentlichen.

In Anbetracht der Tatsache, dass die letzte Botany-Bay-Inkarnation jetzt ebenfalls Geschichte ist, wäre das ein ganz netter und passender Schlussstrich, denke ich. Allerdings wäre es auch ein bisschen Arbeit für mich, und eigentlich verbringe ich meine Zeit gerade auch sehr gerne damit, neue Sachen zu machen.

Und deshalb weiss ich nicht so recht… und mache mir hiermit die Entscheidung einfach ;-) Wenn dieses Posting über 10 positive Antworten kriegt, dann wird es gemacht, ansonsten nicht.

Na, wie sieht’s aus? ;-)

Update: Jahaaaa, ihr habt gewonnen, ich gebe mich geschlagen. :) :) :) Krass, wahnsinn, hätte nicht gedacht, dass das so schnell geht und hatte ehrlich auch meine Zweifel, dass es überhaupt geht :)  Auf jeden Fall: Wow! Gebt mir ein paar Tage Zeit… es wird was kommen :)

Ich

(Achtung, es wird egozentrisch und ausufernd. Muss jetzt aber mal sein. Wer damit nicht klar kommt oder es nicht lesen will: Mir egal.)

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Ich bin wieder da.

Ich schreibe ganz bewusst “Ich”, denn ich war es, der vor beinahe 10 Jahren den ersten Eintrag dieses Blogs verfasst hat. Und ich war es, der vor beinahe 20 Jahren dieses Projekt aus der Taufe hob.

Mit der Zeit gewann ich Mitstreiter und Weggefährten, mehrere Male wurde das “Ich” zu einem “Wir”, und es entstanden dabei Freundschaften. Und mehrere Male zerbrachen diese Freundschaften wieder; wegen unterschiedlicher Vorstellungen, oder weil man sich auseinandergelebt hatte… so wie das nun mal oft im Leben ist.

Manchmal aber ist die Grenze vom “Ich” zum “Wir” nicht so einfach zu ziehen, und mehrfach in meinem Leben (nicht nur in der Musik, sondern in allen möglichen Belangen) habe ich den Fehler gemacht, diese Grenze zu leichtfertig und zu großzügig auszulegen. Weil ich unbedingt das “Wir” wollte. Weil ich unbedingt Gemeinschaft und Freundschaft wollte, und in diesem Rausch vollkommen übersah, dass die andere Partei diese Gemeinschaft und Freundschaft lange nicht als so gemeinschaftlich und freundschaftlich empfand wie ich.

Ich kann mir durchaus vorstellen, woher das kommt.  Wenn man unbedingt tiefenpsychologisches Blabla anwenden möchte, dann kommt man irgendwann mit Sicherheit bei meiner verkorksten Kindheit an, in der ich lange Zeit ohne Freundschaften und Gemeinschaft auskommen musste, und mir umso sehnsüchtiger welche wünschte. Und diese Sehnsucht, ein Teil der drei ??? oder fünf Freunde oder TKKG oder was auch immer zu sein, die hörte eigentlich nie so richtig auf.

Auch bei Botany Bay nicht.

Und so kam es leider insbesondere in der letzten Botany-Bay-Inkarnation dazu, dass ich sehr oft “Wir” schrieb, als ich in Wirklichkeit “Ich” hätte schreiben sollen. Und, noch viel schlimmer, dass ich oft tage- und wochenlang darauf wartete, dass “wir” etwas tun, wenn eigentlich “ich” etwas hätte tun müssen, weil es ein “wir” schon lange nicht mehr gab.

Klar, das klingt jetzt sehr nach Vorwurf und eingeschnappt (und vielleicht ist es das sogar ein ganz kleines bisschen; daher hier an diejenigen die sich angesprochen fühlen: Ja, wenigstens ein ganz klitzekleines “tut mir leid” hätte ich echt sehr nett gefunden), aber hauptsächlich ist es mir sehr wichtig, festzustellen, dass ich zum großen Teil einfach selbst schuld bin und dass ich mich bemühen muss (und werde), den gleichen Fehler nicht noch mal zu machen.

Mit dem Abbruch der Arbeiten am letzten Album ist auch die zugehörige Besetzung Geschichte, und ich fange mit neuen Leuten, genauer gesagt, einer neuen Sängerin, ganz von vorne an. Und dieser neue modus operandi bringt ein paar Änderungen mit sich:

  • Die Band ist zunächst mal wieder ein reines Studioprojekt ist, wie ganz am Anfang, vor beinahe 20 Jahren: Es gibt mit der wunderbaren Nadine Wahl eine Sängerin, die (logischerweise) singt… und es gibt mich, der alles andere macht. Und wenn es sich ergibt, wird es auch Gäste geben. Ich werde aber niemandem mehr leichtfertig das “wir” anbieten, solange ich mir der Sache nicht hunderttausendprozentig sicher bin.
  • Ich werde wieder mehr bloggen, weil ich mich mit niemandem mehr absprechen muss, ob “wir” das so überhaupt sagen können oder dürfen, und ob das “unsere” Meinung ist oder nicht.
  • Ich werde meine Songs wieder vermehrt über weltanschauliche und politische Themen schreiben, die mir wichtig sind. In der Vergangenheit ist das in den Hintergrund getreten, weil “wir” da teilweise große Unterschiede hatten, und weil es mir so wichtig war, dass “wir” alle Berücksichtigung finden.
  • Die Facebook-Fanpage wird dicht gemacht. Facebook nimmt Künstler wie mich in Geiselhaft, indem einem der anfängliche Aufbau einer Fanbase leicht gemacht wird, danach die Sichtbarkeit aber nur gewährleistet ist, wenn man dafür teuer bezahlt (“schöne Fanbase hast Du da, wäre doch schade, wenn kein Schwein Deine Einträge liest, weil wir sie nicht anzeigen, oder?”).
    Ich sehe es überhaupt nicht ein, Mark Zuckerberg und seine Aktionäre dafür zu bezahlen, damit meine Fans mitbekommen, dass ich meine teuer produzierte Musik mal wieder verschenke. Für “uns” war so ein Schritt viel zu krass, aber mir persönlich kann Facebook den Buckel runterrutschen.
    (Natürlich wird es jede Menge Infos weiterhin hier an dieser Stelle geben, und auch auf Diaspora.)
  • Es wird wieder mehr Musik zu hören geben. Ach als Demo-Versionen und im Entstehen begriffenes…
  • und in dieser Musik wieder mehr Klavier & Keyboards & seltsame antike Synthies. Ich spiele zwar auch Gitarre, aber wesentlich lausiger als Tasteninstrumente…
  • Ich werde das mit den Gruppenfotos wieder zurückfahren. Es geht um die Musik, nicht um Personen. Deshalb wird es auch solche Postings wie das hier in Zukunft nicht mehr so oft geben. Es war mir nur wichtig, mir das mal von der Seele zu schreiben. Das ist hiermit geschehen.

Und jetzt: endgültig Schwamm über die alten Geschichten, und den Blick in die Zukunft gerichtet.

Mehr über die Musik folgt demnächst.

Und die neue Musik selbst natürlich auch.

Ich weiss, hier am Blog ist auch einiges zu richten, es funktioniert einiges nicht mehr und man kommt nicht mehr an die Lieder ran (es war ein Fehler, auf restorm.com zu setzen… naja, hinterher ist man immer schlauer)… ich kümmere mich darum.

Bis demnächst!

Die Wahrheit… und Sebastian

(tl;dr: Steffi ist als feste Sängerin ausgestiegen, die anderen haben keine Zeit oder kein Interesse oder was auch immer… und ich, Stephan, habe einfach keine Lust mehr, das Schiff schon wieder allein schaukeln zu müssen… und es gibt drei letzte, neue Songs)

Liebe Botany-Bay-Fans und sonstige Leser dieses Blogs,

es hat ja keinen Sinn, sich und der Welt was vorzumachen. Es hat sich im vergangenen Jahr so einiges ereignet, was dafür gesorgt hat, dass wir mit unserem neuen Album nicht wesentlich weiter sind als bei unserem letzten Update.

Wenn ich den aktuellen Zustand in die Zukunft projiziere, so muss ich leider gestehen, dass ich nicht glaube, dass sich daran gross etwas ändern wird… und es ist die Zeit gekommen, Botany Bay, so wie es jetzt ist, aufzugeben und neue Wege zu gehen.

Aber der Reihe nach:

Nachdem vorletztes Jahr mein Vater gestorben war, ging es meiner Mutter sehr, sehr schlecht, und sie gab sich letztes Jahr alle Mühe, ihm möglichst schnell hinterher folgen zu können. Zum Glück hat sie das nicht geschafft, und ich werde hier nicht weiter ins Detail gehen (‘Addiction/RedEarth‘ geben allerdings eine ungefähre Vorstellung vom generellen Feeling), aber auf jeden Fall war es eine unglaublich beschissene Zeit mit etlichen Krankenhausaufenthalten, die sich alle wie ein Besuch in der Hölle anfühlten.

Später im Jahr verlor ich dann betriebsbedingt meinen Job (niemand möchte für Apps und schon gar nicht für Spiele zahlen, niemand möchte Werbung sehen, und alle wollen immer alles umsonst, um nur mal ein paar Gründe aufzuzählen) und durfte mir einen neuen suchen. Das war nicht wirklich ein Weltuntergang, aber es nahm ne Menge Energie aus Botany Bay, und natürlich sind immer ne Menge Ängste und Unsicherheiten mit so einer Suche und Umorientierung verbunden. Bei United Toy war ich CTO gewesen, hatte einen großen kreativen Spielraum und konnte mir meine Arbeit frei einteilen. Es würde nicht einfach werden, wieder in einem ‘normalen’ Job Fuß zu fassen und mir meine Freiheiten zu bewahren… nicht der ideale Nährboden, um Musik zu machen.

Ungefähr zum gleichen Zeitpunkt wurde unsere geliebte Tia schwer krank, was später im Jahr darin gipfelte, dass wir sie gehen lassen mussten. Ich habe an anderer Stelle schon viel über Tia geschrieben, was ich hier nicht alles wiederholen muss; nur so viel: Sie war ein ganz besonderes Wesen, sie war unsere beste Freundin, und es war sehr schwer, sie zu verlieren.

Ebenfalls zum gleichen Zeitpunkt wurde Felix, unser Bassist, Vater. Yeah, endlich mal etwas Positives, und an dieser Stelle nochmals meine allerherzlichste Gratulation! Trotzdem sorgte natürlich auch dieser Umstand nicht unbedingt dafür, dass wir öfter Musik machen konnten.

Marius, unser Gitarrist, hatte zu diesem Zeitpunkt einen Job über den ich hier nichts schreiben soll, ausser dass er dazu geführt hat dass er so gut wie nie Zeit hatte und lange nicht so oft am Start war wie es für ein Vorankommen nötig gewesen wäre.

Und das alles erklärt dann endlich auch, warum “Gegen die Zeit”, unsere letzte Veröffentlichung zugunsten der DKMS, ausschließlich aus Steffi und mir besteht: Erstens waren die Jungs schlicht und ergreifend nicht verfügbar, und zweitens ließ Tias Zustand es nicht mehr zu, hier auf der K-Burg großangelegte Sessions mit zig hundert lauten, ungestimmten Instrumenten und Kabeln zu veranstalten; das hätte alles nur noch schlimmer gemacht.

 

Tia wurde genau einen Tag nach der letzten Session eingeschläfert (und das wiederum erklärt, warum ich auf dem Video, das eine Woche später entstand, genau so fertig-mit-der-Welt aussehe, wie ich es auch tatsächlich war).

Tja, womit wir bei “Gegen die Zeit” angekommen wären. Tatsächlich war dieses Lied nicht nur unser Beitrag für die DKMS, sondern es war irgendwo auch mein Abschiedsgeschenk an Steffi, und Steffis Abschiedsgeschenk an unsere Fans. Denn Steffi ist bereits seit einer ganzen Weile als feste Sängerin bei Botany Bay ausgestiegen. Wir wollten das erstmal nicht öffentlich machen, aber nachdem jetzt eh nix mehr voran geht scheint mir die Zeit dazu gekommen zu sein.

Langjährige Fans werden sich jetzt vielleicht an die letzte große Trennung im Jahre 2009 erinnern, damals war es Laura Dietrich, die ihren Abschied bei Botany Bay nahm, und die vorher sowas wie das stimmliche und wohl auch optische Aushängeschild von Botany Bay geworden war. Aber da muss ich gleich ganz energisch dazwischen grätschen, denn die beiden Trennungen haben so gut wie nichts miteinander zu tun.

Zum einen sind Steffi und ich weiterhin eng miteinander befreundet (ansonsten hätten wir kaum auf den letzten Metern und allen Umständen zum Trotz noch mal sowas wie ‘Gegen die Zeit’ rausgehauen), und zum anderen möchte Steffi sehr gern als Gastsängerin auch weiter dabei sein. Nur sorgen Dinge in unserer beider Leben sowie musikalische und weltanschauliche Differenzen dafür, dass wir uns mehr gegenseitig bremsen als wir uns gut tun. Und Steffi möchte einfach mal sich selbst finden und entdecken und selbst Singer/Songwriter sein und weiter kommen als man es in meiner kaputten Band momentan tut, und das gönne ich ihr irgendwo von ganzem Herzen.

Und so sieht es jetzt aus: Felix ist mitten im heftigsten Elternstress, Marius hat (gottseidank) einen neuen Job der ihm allerdings sehr viel abverlangt, weswegen wir uns auch weiterhin kaum mal sehen, Steffi ist als festes Mitglied ausgestiegen und ich bin mehr oder weniger gerade alleinverantwortlich für Botany Bay.

Stephan

Im Klartext heisst das, ich hab hier ein zu 60-75% fertiges Album mit wirklich den allerwunderschönsten und eindringlichsten Songs, die man sich überhaupt nur vorstellen kann, und die die letzten zwei Jahre über alllesamt unter teilweise sehr heftigen Bedingungen (der Tod meines Vaters ist nur ein Beispiel dafür) entstanden sind. Und momentan sieht es so aus, als ob hauptsächlich ich allein für dieses Vermächtnis verantwortlich bin; und dafür, es fertig zu kriegen.

Und dazu habe ich gerade weder die Lust noch die Kraft, so leid es mir tut.

Ich weiß, das war alles schon mal anders.

Als wir 2004-2007 “Grounded” aufnahmen, da war die Welt echt, wirklich und in ziemlich brutaler Weise gegen uns. Alles was schief gehen konnte, das ging auch schief. Wir wurden ausgelacht, ignoriert, unsere Instrumente wurden weggesperrt, wir wurden auf die Straße gesetzt, und niemandem (und damit meine ich: 0 Personen) ausser den unmittelbar Beteiligten (und das war lange Zeit nur ich) war das Projekt irgendwas wert. Und trotzdem hab ich’s durchgezogen, ich hab das Album fertig produziert, trotz allen die mich nicht unterstützt haben, trotz der Existenzängste die ich damals durchleiden musste, trotz allen Kollegen/Freunden/Lebensabschnittspartnern die’s nicht kapiert haben und die mir gesagt haben ich soll mein Leben nicht daran vergeuden… und ich bin irrsinnig stolz darauf.

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Und als sich 2009 dann Laura und ich in beiderseitigem Einverständnis endlich trennten, da waren einige (nicht viele, aber genug davon, dass es mich echt genervt hat) überzeugt davon, dass das jetzt das Ende ist. Dass es jetzt nicht mehr weiter geht, dass es ohne diese Stimme nicht weiter gehen könne. Ähem, schön, ja, hatte schon mal jemand mitgekriegt dass ich 90% der Songs allein geschrieben, produziert und arrangiert hatte? Nee, anscheinend nicht. Also musste ich mich mal wieder beweisen, und genau das habe ich auch getan (und, nein, unser allmählicher stilistische Wandel kam nicht davon, dass Laura nicht mehr mitschrieb; er kam davon, dass wir die Lust und die Möglichkeit hatten, das genau so zu tun; und auch Laura und ich hatten schon unsere triphoppigen und souligen Ausflüge gehabt…) Also kam Steffi dazu, und mit der Zeit allerlei andere neue Gesichter, und wir haben zusammen ein super geniales Botany Bay V2 hochgezogen, das sich vor Botany Bay V1 nicht im geringsten verstecken muss… Steffi und Felix und Marius und ich… und auch hier bin ich irrsinnig stolz darauf.

Und jetzt? Jetzt könnte ich anscheinend wieder mal der Menschheit und mir irgendwas beweisen, aber ich mag nicht und ich brauche auch nicht. Ich habe schon genug bewiesen. Ich habe der Welt viele, viele Stunden schöne Musik geschenkt, ich habe zwei verdammt schlimme Jahre hinter mir, habe meinen Vater, beinahe meine Mutter, meinen Job und zuletzt auch noch die Tia verloren… ich sehe nicht, warum und wie ich jetzt auf Teufel komm raus mehr oder weniger im Alleingang dieses Album fertig stellen soll. Ich bräuchte Hilfe dazu, und wenn ich die nicht kriege, gut, dann eben nicht.

Klar, es sind tolle Songs und es ist sehr, sehr schade um sie, und ich habe mir immer wieder vorgestellt wie wir im Frühjahr in einem Schiffchen auf dem Rhein eine große Premierenparty feiern und alles toll und wunderschön und genial wird… aber ich hab so viel hinter mir, dass ich gerade mal wirklich froh bin wenn ein paar Monate lang niemand stirbt und niemand krank wird und ich ein regelmäßiges Einkommen habe. Und die Enttäuschung, dass ich jetzt schon wieder allein alles regeln soll, die spielt natürlich auch eine große Rolle. Ich hab einfach keine Lust hier allein zu kämpfen, nur damit gekämpft ist, und mir am laufenden Band die Enttäuschung zu geben dass ich doch nur allein dastehe.

So ist es jetzt also. Es geht nicht weiter, so sehr ich es mir auch wünschen würde, und jedes Appellieren oder Hoffen meinerseits ist einfach nur frustrierend, weil es im Zweifelsfall weitere unzählige Wochen Stillstand zur Folge hat. Selbst diesen bescheuerten Artikel hier so abzusetzen dass er für alle vertretbar ist und mal eben die drei Songs fertig abzumischen war nicht möglich, ohne es erstmal zwei Wochen lang zu planen und dann doch nicht zu machen.

Deshalb: Botany Bay in der Besetzung Steffi/Marius/Felix/ich und dieses Album sind hiermit Geschichte.

Vielleicht wird sich daran irgendwann etwas ändern, vielleicht sind irgendwann auch die anderen wieder dabei… aber zu behaupten, wir kriegen dieses Album irgendwie noch fertig oder machen alle zusammen irgendwas anderes ganz tolles, das wäre falsch und würde niemandem etwas bringen, ausser uns (->mich) unter Stress zu setzen.

bbSebastian2

Aber als kleines Geschenk vor der Eiszeit möchte ich mit euch gerne drei der Lieder teilen, die tatsächlich fertig geworden sind. Eines davon, das erste, heisst “Sebastian”, und obwohl es eigentlich um etwas ganz anderes geht, und obwohl es geschrieben wurde, als wir noch eine durchaus funktionsfähige Band waren, beschreibt es irgendwie doch auch auf wundersame und prophetische Weise den Zustand, in den wir uns reinmanövriert haben.

Sebastian
You know it’s strange, people’s minds
Working miracles sometimes
They might give you wings
They might make you fly
And sometimes you notice
But most of the time
You don’t even try
Please tell me it ain’t so
Please tell me there’s a way
A way that you can see
And that you still believe
Please tell me you’ll wait
Where the river meets the sea
And that if I lose my way
That you’ll come back for me
Sometimes it’s hard
All by yourself
Cause you put your dreams
Back into the shelf
Can’t hear the voices
Although you try
And sometimes you catch them
But most of the time
They’re just passing by
Please tell me it ain’t so…

 

Ich habe mir die vergangenen Wochen sehr gewünscht dass wir abgeholt werden von diesem seltsamen Ort, an dem wir irgendwie verloren gingen. Aber irgendwie werde ich den Weg zurück wohl allein finden müssen.

Ich melde mich, wenn ich dort bin.

P.S.: Was mich persönlich betrifft, ich werde natürlich weiterhin Musik machen. Ich kann gar nicht ohne, deshalb frustriert mich dieser ganze Scheiß auch so ohne Ende. Ich bin mir noch nicht sicher, ob das unter dem Namen Botany Bay laufen wird, oder ob ich ein neues Projekt gründen werde; es wird auf jeden Fall wieder was zu hören geben, wenn auch nicht unbedingt hier. Die Zeit wird es zeigen.

P.P.S.: “Sebastian” hatte ursprünglich eine ganz andere Bedeutung. Es geht um keine reale Person die “Sebastian” heisst… es geht vielmehr um eine Person die stellvertretend für viele Menschen ist, deren wilde Träume mit der Zeit auf der Strecke bleiben, weil das die einzige Möglichkeit ist, mit diesem verdammten Leben fertig zu werden und sich anzupassen… obwohl sie so schön, beneidenswert und einzigartig gewesen waren… und über die Hoffnung, dass niemals alles verloren ist.

Just your ears, and just your eyes.